24.07.2013 16:48 |

Begnadigung in Dubai

Vergewaltigung: Norwegerin wieder zurück in Heimat

Jene 24-jährige Geschäftsfrau aus Norwegen, die nach ihrer Vergewaltigung durch einen Kollegen von einem Gericht in Dubai zunächst zu 16 Monaten Haft verurteilt und einige Zeit später begnadigt worden war, ist am Mittwoch wieder in ihrer Heimat gelandet. Sichtlich erleichtert, aber wegen der belastenden Monate in den Vereinigten Arabischen Emiraten auch ziemlich erschöpft meinte Marte Deborah Dalelv, sie werde vorerst die Zeit bei ihrer Familie genießen.

Die 24-Jährige war nur knapp einer Gefängnisstrafe entgangen. Nachdem sie einen Kollegen wegen Vergewaltigung angezeigt hatte, war sie in der vergangenen Woche von einem Gericht in Dubai wegen Geschlechtsverkehrs außerhalb der Ehe und Falschaussage verurteilt worden (siehe Infobox).

Opfer und Täter freigesprochen
Der Fall hatte weltweit Empörung ausgelöst. Die norwegische Regierung hatte schwere Vorwürfe gegen die Rechtsprechung in den Vereinigten Arabischen Emiraten erhoben und ihr einen Verstoß gegen die Menschenrechte vorgeworfen. Am Montag war die Norwegerin schließlich begnadigt worden. Auch der mutmaßliche Täter kam frei.

Norwegens Außenminister: "Willkommen zu Hause, Marte!"
Norwegens Außenminister Espen Barth Eide schrieb auf Twitter: "Willkommen zu Hause, Marte!" Die Frau sei wieder zu Hause und mit ihrer Familie vereint, aber der Kampf für die Rechte der Frauen müsse weitergehen.

Dalelv selbst meinte gegenüber dem norwegischen Fernsehsender NRK mit Tränen in den Augen: "Ich bin sehr glücklich, wieder zu Hause zu sein." Die letzten Monate seien für sie sehr hart gewesen. Nun wolle sie einfach nur auf der Treppe vor ihrem Elternhaus sitzen und Kaffee trinken.

Ehemaliger Arbeitgeber bedauert Entlassung
Mittlerweile hat sich auch ihr ehemaliger Arbeitgeber, die Einrichtungsfirma "The One", für die Entlassung infolge der Vergewaltigungs-Causa entschuldigt und Dalelv die Wiederanstellung angeboten. Der frühere Chef der Norwegerin, Thomas Lundgren, meinte in einem Interview gegenüber der Zeitung "Arabian Business": "Es war falsch und absolut unnötig."

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