24.07.2013 15:12 |

War auf der Flucht

Giftiges Schulessen in Indien: Direktorin gefasst

Eine Woche nach dem Tod von 23 Kindern durch vergiftetes Schulessen in Indien ist die flüchtige Schuldirektorin gefasst worden. Die Frau habe sich den Behörden gestellt und werde nun verhört, teilte am Mittwoch der zuständige Polizeichef mit. Erst nach der Befragung solle über die genaue Anklage gegen die Direktorin entschieden werden. Sie war nach dem Tod der Kinder aus dem Dorf Gandaman im Osten des Landes geflohen.

Für den Tod der Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren soll bisherigen Ermittlungen zufolge ein Insektenvernichtungsmittel verantwortlich sein, das sich in dem für das kostenlos verteilte Schulessen genutzten Bratöl befand. Unklar ist weiter, ob das Bratöl absichtlich vergiftet wurde. Im Haus der Direktorin waren nach Polizeiangaben Säcke mit Dünger und Pestiziden gefunden worden, die direkt neben Reis- und Kartoffelvorräten für das Mittagessen der Schüler standen.

Gratisessen an Schulen fördert Anwesenheit der Kinder
In vielen der 29 indischen Bundesstaaten erhalten Kinder aus armen Familien kostenloses Essen an staatlichen Schulen, wodurch auch die Anwesenheitsquote gesteigert werden soll. Wegen Hygienemängeln und minderwertiger Zutaten kommt es jedoch immer wieder zu Lebensmittelvergiftungen.

Steigende Lebensmittelpreise haben den Leidensdruck für die 455 Millionen unter der Armutsgrenze lebenden Bürger des über 1,2 Milliarden Einwohner zählenden Landes in den vergangenen Jahren stetig erhöht. Die Provinz Bihar, wo sich das Dorf Gandaman befindet, gehört zu den ärmsten aller Bundesstaaten.

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