16.07.2013 13:19 |

Neue Karriere

Mit Zug in Haus gekracht: Putzfrau wird Lokführerin

Jene 22-jährige Putzfrau aus Schweden, die im Jänner fälschlicherweise für einen Zugcrash verantwortlich gemacht wurde, strebt nun eine neue Karriere an - als Lokführerin. Ihr Arbeitgeber werde sie bei der Ausbildung unterstützen und habe ihr bereits eine unbefristete Anstellung versprochen.

Die Schwedin hatte zu Jahresbeginn nachts im Bahndepot von Saltsjöbaden, südöstlich von Stockholm, einen abgestellten Triebwagen gereinigt, der sich plötzlich in Bewegung setzte. Der führerlose Zug raste dann mit 80 Stundenkilometern in ein Wohnhaus. Während die Putzfrau erst nach zwei Stunden schwer verletzt befreit werden konnte - sie erlitt mehrere Knochenbrüche und eine Lungenverletzung -, blieben die Bewohner des Hauses bei dem Unglück unversehrt.

Bahnbetreiber musste Anschuldigungen zurücknehmen
Noch während die schwer verletzte Putzfrau im Krankenhaus unter Vollnarkose stand, hatten der private schwedische Bahnbetreiber Arriva und die staatliche Aufsichtsbehörde SL der 22-Jährigen die Schuld an dem Unfall gegeben, spekulierten gar über Selbstmordabsichten als Motiv für den vermeintlichen Diebstahl des Zuges. Allerdings mussten sie die über Medien verbreiteten Anschuldigungen gegen die Frau zurücknehmen, als amtliche Untersuchungen schwere Sicherheitsmängel ans Licht brachten. Die Staatsanwaltschaft erklärte die junge Frau schließlich ausdrücklich für frei von jedem Verdacht und leitete stattdessen Ermittlungen gegen Verantwortliche des Bahnbetreibers ein.

"Ich dachte an Frida Kahlo"
"Er fährt so schnell, er fährt in die falsche Richtung", das sei ihr im ersten Moment durch den Kopf gegangen, als der Zug sich in Bewegung setzte, berichtete die junge Frau nun in einem Interview mit dem schwedischen Radiosender SR. Dann habe sie plötzlich an die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo und deren schweren Unfall denken müssen. Kahlo war 1925 bei einem Buscrash schwer verletzt worden, als sich eine Haltestange in ihren Unterleib bohrte und sie daraufhin keine Kinder mehr bekommen konnte.

"Ich kann mich daran erinnern, dass ich mir dauernd einredete: Pass auf die Haltestangen auf!", erzählte die 22-Jährige im SR-Interview. Nun verfolge sie gespannt, wer für das Unglück in Saltsjöbaden verantwortlich gemacht wird. Viel wichtiger sei für sie jedoch, dass sie das Drama überlebt hat. "Wenn ich das überstehe, kann ich alles überstehen", lautet ihr Motto.

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