12.07.2013 13:02 |

1.200 Jobs fix weg

Letzte Frist für dayli: 40 Millionen Euro müssen her

Bei der insolventen Drogeriekette dayli geht es - vorerst - weiter. 355 Filialen werden geschlossen, 1.261 der 3.468 Beschäftigten verlieren ihren Job. Sollte bis Ende des Monats kein Investor gefunden werden, der 40 Millionen Euro zuschießt, bedeutet dies das endgültige Aus für dayli.

"Ob das neue schlanke Konzept einen finanzstarken Partner anlockt, bleibt abzuwarten. Länger als bis Ende Juli wird das jedoch nicht sein", betonte der Kreditschutzverband am Freitag.

Eigentümer Martin Zieger glaubt weiterhin an eine Zukunft für das Unternehmen. Er sieht immer noch die Chance, "potenzielle Investoren zu überzeugen sowie Arbeitsplätze und die Nahversorgung in Österreich zu sichern. Wir arbeiten intensiv daran, das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu erhalten. Sobald wir konkrete Ergebnisse haben, werden wir umgehend darüber informieren", so Zieger.

522 Filialen bleiben vorerst offen
1.261 Beschäftigte - davon bereits 414 im Kündigungsstadium - verlieren ihren Job. Die restlichen 522 Filialen, das Lager in Pöchlarn sowie die Zentrale sollen fortgeführt werden. "Ohne diese Teilbereichsschließungen wäre ein Finanzaufwand von 25 bis 40 Millionen Euro bis Ende September nötig gewesen", rechnet die Creditreform vor. Durch die seit Donnerstag laufende Minus-40%-Aktion seien "die Umsätze enorm gestiegen und es haben sich Investoren gemeldet".

Die Teilschließung sei für die Insolvenzverwaltung "eine ganz schwierige, persönlich belastende Entscheidung" gewesen, da so viele Mitarbeiter betroffen seien, sagte Masseverwalter Rudolf Mitterlehner. Er erwartet, dass die Mitarbeiter nach den Informationsveranstaltungen der Arbeiterkammer von selbst den sofortigen Austritt erklären werden, um rasch neue Arbeitsplätze antreten zu können.

Seit Mai auf Investorensuche
Seit Mai ist die Drogeriemarktkette nach dem Ausstieg des Hälfteeigentümers Novomatic wieder auf Investorensuche. Die vom Glücksspielkonzern eingebrachten 25 Millionen Euro hätten die Verluste von dayli in den ersten neun Monaten nach Übernahme der Schlecker-Österreich-Filialen durch Rudolf Haberleitner und seine TAP 09 "vollends verschlungen", so der Kreditschutzverband.

dayli-Masseverwalter Rudolf Mitterlehner hat seit der Insolvenz am 4. Juli geprüft, ob die Drogeriemarktkette im Insolvenzverfahren fortgeführt werden kann und ob genügend Mittel zur Finanzierung aller Ausgaben vorhanden sind oder ob eine Schließung nötig ist. Jede weiterzuführende Filiale muss zumindest kostendeckend betrieben werden.

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