Stefanie Brandstätter hätte Schauspielerin werden können. Heute ist sie glücklich, als Gesundheitsclown kranke Kinder aufheitern zu dürfen. Manchmal auch Todkranke.
Ein Lächeln. Wenn Josefine ein Kind im Salzburger Kinderspital zum Lächeln bringt, ist schon viel gewonnen. Dann weiß sie, der kleine Patient ist durch ihren Gesangs- und Spaßeinlagen ein bisschen heiterer als vorher. Das hilft, schnell wieder gesund zu werden oder eine Behandlung leichter durchzustehen.
Wurden sie bei der Gründung 1994 noch kritisch beobachtet, gehören die „Roten Nasen“ heute in vielen Kliniken einfach dazu. Denn Ärzte, Pflegepersonal und Eltern wissen: Lachen ist gesund. Erheitern Stefanie Brandstätter als Josefine und ihr zwölfköpfiges Salzburger Team schwerkranke Kinder, geht auch ihr das Herz auf. „Es ist so schön zu sehen, was unsere Auftritte bei den Kindern und Eltern auslösen“, beschreibt sie. Jeden Tag beim Heimgehen denke sie: „Ja, dafür mache ich es.“
Ein Unfall ließ die gebürtige Niederösterreicherin diesen Berufsweg einschlagen. „Ich habe Gesang, Tanz und Schauspiel studiert. Im letzten Studienjahr bin ich nach einem Unfall mit zwei Gipsbeinen gelegen. Da habe ich viel reflektiert“, erzählt Brandstätter. Eines kam zum Anderen: Die Roten Nasen suchten einen Clown, sie machte die umfangreiche Ausbildung und landete der Liebe wegen in Salzburg, wo sie die Clowns künstlerisch leitet.
Kleinste Maske der Welt schützt vor Traurigkeit
Nur lustig und schön ist die Arbeit bei Weitem nicht. Die Gesundheitsclowns bekommen viel mit. Stefanie Brandstätter hat auch schon sterbende Kinder besucht. Ob sie ihre Arbeit auch traurig stimmt? Sie überlegt eine Weile, ehe sie antwortet: „Die rote Nase ist ein großer Schutz. Sie ist die kleinste Maske der Welt. Mit ihr nehme ich nicht die Krankheit wahr, sondern das Kind als Kind, als Menschen.“ Sabine Deubler
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