Auf der Kinder-Kardiologie des LKH Uniklinikums Graz gelang eine kleine Sensation: Vier Wochen nach ihrer Geburt bekam die kleine Aglaia ein sogenanntes „Piccolo“-Schirmchen mittels Katheter ins Herz eingesetzt. Die Operation wurde unter anderem durch eine neue Bildgebungs-Methode ermöglicht.
Nur 700 Gramm wog die kleine Aglaia, als sie in der 26. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblickte. Ihr fiel das Atmen schwer – ein sogenannter „offener Ductus“ brachte ihr Leben in Gefahr. Doch die Kardiologen des LKH Uniklinikum Graz wussten ihr zu helfen. Sie wagten vier Wochen nach ihrer Geburt eine neuartige Operation, die ihr ein gesundes Aufwachsen garantieren sollte.
Mit 960 Gramm auf den OP-Tisch
„Der Ductus-Verschluss an sich ist zwar eine relativ häufige und technisch überschaubare Intervention, aber es ist echte Millimeterarbeit“, erklärt Gernot Grangl, Leiter des Herzkatheter-Labors der Klinischen Abteilung für Pädiatrische Kardiologie. Noch vor einigen Wochen hätten die Ärzte den Eingriff bei einem Frühchen mit einem Gewicht von unter einem Kilogramm nicht vorgenommen – Aglaia hatte gerade mal 960 Gramm.
Zudem hätte man die Operation üblicherweise nur über einen Schnitt am Brustkorb gewagt. Bei Aglaia führte Grangl jedoch einen schmalen Katheter über eine Leistenvene bis zum walnussgroßen Herzen vor, wo die kleine „Lücke“ mit einem erbsengroßen „Piccolo“-Schirmchen verschlossen wurde. Diese OP-Methode ermöglichte eine erst kürzlich eingeführte neue Bildgebungs-Anlage.
Von der neuen Anlage profitieren künftig auch Patienten wie die kleine Ilvy, die mit einem Herzfehler namens Pulmonalklappenstenose zur Welt kam. Sollte bei Ilvy später einmal ein Herzklappenersatz notwendig werden, lässt sich das ebenfalls mittels Herzkatheter-Eingriff durchführen, erklärt Grangl. Viel Vorfreude löst auch der für 2029 geplante Neubau eines Kinderzentrums an Uniklinikum Graz aus. Im Rahmen des Bauprogramms „LKH 2040“ wurde der Weg für ein neues Kinderzentrum gebahnt.
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