Nordkorea-Drohung
Atomangriff auf USA “endgültig genehmigt”
Die Regierung in Washington werde formal darüber informiert, dass dies eine Reaktion auf Drohungen aus den USA sei. "Der gnadenlose Einsatz unserer revolutionären Streitkräfte ist endgültig untersucht und genehmigt worden", hieß es in der Erklärung.
Mittelstreckenrakete an der Ostküste in Position gebracht
Südkoreanische Medien berichteten am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise, Nordkorea habe mithilfe eines Zuges eine Mittelstreckenrakete vom Typ "Musudan" an die Ostküste transportiert. Sie hat vermutlich eine Reichweite von 3.000 Kilometern und könnte damit Ziele in Südkorea, Japan und wohl auch die Pazifikinsel Guam erreichen. Unabhängigen Experten zufolge hat Nordkorea diese Rakete noch nicht getestet.
An Nordkoreas Ostküste befindet sich eine Abschussrampe, die in der Vergangenheit bereits für Tests von Langstreckenraketen genutzt wurde. Diese schlugen allerdings fehl. Größere Truppenbewegungen gab es auf Nordkoreas Territorium bisher nicht.
Hagel: "Reale und klare Gefahr"
Bereits zuvor hatten die USA verkündet, angesichts der jüngsten Kriegsdrohungen aus Nordkorea auf der Pazifikinsel Guam in den kommenden Wochen ein Raketenabwehrsystem zu stationieren. "Die USA bleiben wachsam angesichts der nordkoreanischen Provokationen und stehen bereit, US-Territorium, unsere Alliierten und unsere nationalen Interessen zu verteidigen", sagte eine Pentagon-Sprecherin bei der Bekanntgabe der Pläne für die Raketenabwehr auf Guam.
Der neue US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte, einige der jüngsten Handlungen Nordkoreas stellten eine "reale und klare Gefahr" dar. Er bezog sich dabei unter anderem auf die Drohung Nordkoreas, US-Militärstützpunkte im Pazifik anzugreifen - also potenziell Guam, Hawaii oder gar die Westküste der Vereinigten Staaten.
Hagel hatte Nordkorea zudem noch kurz vor der jüngsten Ankündigung aus Pjöngjang aufgerufen, seine "kriegerische Rhetorik" zu beenden. Das Verhalten des Regimes sei gefährlich. "Wir nehmen diese Bedrohung ernst. Wir müssen diese Bedrohung ernst nehmen", sagte Hagel bei seiner ersten größeren Rede seit Amtsantritt Ende Februar. "Man braucht nur einmal falsch liegen, und ich möchte nicht der Verteidigungsminister sein, der falsch liegt", fügte er hinzu.
China macht sich "große Sorgen"
China ist höchst beunruhigt über die Eskalation auf der koreanischen Halbinsel. "Die Generäle machen sich große Sorgen", sagte eine Quelle mit langjährigen, persönlichen Beziehungen zu hohen Militärs. Angesichts des Säbelrasselns des jungen Militärführers Kim und der großen Spannungen werde befürchtet, dass ein dummer Zufall eine Konfrontation auslösen könnte "und Nordkorea in Flammen steht".
Für diesen Fall gebe es aber Planungen, sagte die Quelle der Nachrichtenagentur dpa in Peking: Chinesische Streitkräfte sollten demnach im Falle des Falles schnell versuchen, die nuklearen Anlagen in Nordkorea unter Kontrolle zu bringen und zu sichern, um Schlimmeres zu verhindern.
Festhalten am Atomprogramm für Russland inakzeptabel
Russland kritisierte am Donnerstag Nordkoreas Festhalten an dessen umstrittenem Atomprogramm als inakzeptabel und bezeichnete es als Verstoß gegen UN-Auflagen. Mit ihrem Verhalten sorge die Führung in Pjöngjang dafür, dass eine Wiederaufnahme der festgefahrenen Sechs-Parteien-Gespräche "radikal verkompliziert, wenn nicht gar faktisch ausgeschlossen" werde, erklärte ein Sprecher des russischen Außenministeriums.
Regime braucht wohl noch Jahre für waffenfähiges Plutonium
Inmitten der Alarmstimmung versuchen Experten ob der nuklearen Bedrohung durch das stalinistische Regime zu beruhigen. Nordkoreas einziger Plutonium-Reaktor könnte zwar in sechs Monaten wieder an den Start gehen. Allerdings würde es vermutlich Jahre dauern, bis dort ausreichend nukleares Material für ein Atomwaffen-Arsenal hergestellt wäre, meinte der Nuklearwissenschaftler Siegfried Hecker von der US-Universität Stanford.
Laut Hecker könnten innerhalb eines Jahres rund sechs Kilogramm Plutonium produziert werden. In drei bis vier weiteren Jahren würden schätzungsweise zwölf Kilogramm Plutonium zur Verfügung stehen, eine Menge, die für vermutlich insgesamt drei Kernwaffen ausreichen würde.
Der frühere Vizechef der Internationalen Atomenergiebehörde, Olli Heinonen, gab ähnliche Schätzungen ab. Allerdings könnte der Reaktor seiner Auffassung nach schneller wieder hochgefahren werden. "Wir wissen nicht, wie viel Vorbereitungsarbeiten schon erledigt sind", sagte Heinonen.
Weiterhin Ungewissheit über Zukunft von Kaesong
Über die Zukunft der derzeit gesperrten Sonderwirtschaftszone Kaesong herrscht indes weiter Ungewissheit - diese wird durch widersprüchliche Nachrichten noch verstärkt. So sagte ein Sprecher der Vereinigung der ansässigen Firmen am Donnerstag, Nordkorea habe den Unternehmen eine Frist gesetzt, um den gemeinsam betriebenen Industriekomplex zu verlassen. Die Firmen seien aufgefordert, sich bis 10. April komplett zurückziehen. Die südkoreanische Regierung wies den Bericht allerdings umgehend als falsch zurück.







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