Nach dem grausamen Mord an Barbara R. am Freitag sind die Ermittlungen auch noch am Sonntag in vollem Gange. Der Tatverdächtige Oleg M. soll sich in dem Keller eines Weinbauern in Zistersdorf selbst in die Luft gesprengt haben - jetzt ist der Stollen einsturzgefährdet. Der leblose Körper liegt also immer noch unten, eine Identitätsabklärung werde „in absehbarer Zeit“ erfolgen, heißt es seitens der Polizei.
Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Toten um den 59-jährigen slowakischen Staatsbürger Oleg M. handelt. Der Kellerstollen in der Zistersdorfer Katastralgemeinde Gösting, in dem sich die Leiche befindet, ist aktuell noch nicht zugänglich. Der Verdächtige hatte Samstagfrüh bei einem Zugriffsversuch der Cobra einen Sprengsatz gezündet und für Schaden am Objekt gesorgt.
Sicherheit der Ermittler im Vordergrund
Wie die Exekutive nun weiter vorgehen will, wird am Sonntag entschieden, gibt Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner bekannt. Ein Statiker könnte hinzugezogen werden, generell stehe Sicherheit im Vordergrund. Sprengstoffexperten versuchen gleichzeitig, das Areal – soweit möglich – aufzuarbeiten. Ebenso Gegenstand von Ermittlungen wie die Identität der im Stollen gefundenen Männerleiche waren weiterhin auch die genauen Todesumstände.
Kleiner Sperrkreis bleibt aufrecht
In Gösting blieb am Sonntag weiter ein kleiner Sperrkreis aufrecht. Die Sicherungsmaßnahmen dürften bis zum Montag noch anhalten. Aufgehoben wurden indes die Evakuierungen von rund zehn Häusern. Die Bewohner, die vorübergehend im Stadtsaal von Zistersdorf untergebracht worden waren, durften am Samstag gegen Mitternacht in ihre Objekte zurückkehren.
Der Mordverdächtige hatte sich über Stunden hinweg in dem Kellerstollen seines Ex-Chefs verschanzt. Samstagfrüh scheiterte ein erster Zugriffsversuch, ein Cobra-Beamter wurde schwer verletzt, ein weiterer musste ambulant behandelt werden. In den Nachmittagsstunden wurde in dem Objekt schließlich die Männerleiche entdeckt. Dazu war technisches Equipment in den Kellerbereich eingeführt worden.
Der Fund war der Schlusspunkt für einen an die 24 Stunden dauernden „extrem fordernden und sehr belastenden Einsatz“, wie es Landespolizeidirektor Franz Popp am Samstag bei einer Pressekonferenz ausdrückte. 220 Beamte wurden aufgeboten.
Der Beschuldigte wurde von den Ermittlern als „allgemein gefährlich“ eingestuft. Der Slowake sei bereits in mehreren Ländern Europas wegen unbefugten Besitzes von Waffen und Sprengstoff aufgefallen. Davon dürfte sein Umfeld in Gösting aber wohl nichts gewusst haben: Dort wurde er als sehr ruhige und unauffällige Person wahrgenommen.
Täter und Opfer kannten sich
Zumindest bis vergangenen Freitag: Mit einem Messer, welches er laut Bekannten immer bei sich trug, soll der 59-Jährige in einem Weingarten die 65-jährige Barbara R. getötet haben. Die Frau wurde gegen 16.30 Uhr mit Stichverletzungen aufgefunden. Zwischen Täter und Opfer habe es ein Bekanntschaftsverhältnis gegeben, betonte die Exekutive. Eine Obduktion wurde seitens der Staatsanwaltschaft Korneuburg angeordnet.
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