Nicht zum ersten Mal

Brand in Gasthaus gelegt: "Nicht überall beliebt"

Österreich
14.03.2013 17:17
"Wir sind leider nicht überall beliebt." Mit diesen Worten erklärt sich Gertraud K. die Brandstiftung in ihrem Gasthaus im niederösterreichischen Fels am Wagram in der Nacht auf Mittwoch. Mehr als zwei Stunden hatten 130 Feuerwehrleute gegen die Flammen angekämpft, das Gebäude konnte aber nicht mehr gerettet werden. Es war nicht das erste Mal, dass auf die Gasthäuser der Familie Anschläge verübt wurden.

Schon am 22. Juli 2011 war gegen 17 Uhr ein Lokal der Kolms in Brand geraten - und zwar ein Restaurant im niederösterreichischen Hofstetten-Grünau. Der Fall konnte bis heute nicht restlos aufgeklärt werden.

Und auch der Brand am Mittwoch war nicht das erste Attentat auf das Lokal in Fels am Wagram: "Erst in der Vorwoche gab es schon einen Anschlag auf das Wirtshaus. Jemand hat einen Ziegelstein durchs Fenster auf jenen Platz geworfen, auf dem meine Tochter sonst sitzt", schildert Gertraud K. "Das Auto wurde zerkratzt und die Pkw-Scheibe eingeschlagen."

Nachbarn hatten Feuer entdeckt
Gegen 1.30 Uhr hatten Nachbarn am Mittwoch Flammen bemerkt, die aus den Fenstern der Gaststätte "Kirchenwirt" schlugen, und alarmierten die Feuerwehr. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte hatte das Feuer bereits mehrere Zimmer im Erdgeschoß erfasst und griff auf das Obergeschoß und den Dachstuhl über. Aufgrund der bedrohlichen Situation - das Gasthaus steht mitten im Ort neben der Kirche - wurde Großalarm ausgelöst. 130 Mitglieder von zwölf Wehren standen mehr als zwei Stunden im Löscheinsatz und bekämpften das Feuer unter Einsatz von Atemschutz. Wegen der enormen Hitzeentwicklung war an einen Innenangriff zunächst nicht zu denken.

Akute Einsturzgefahr
Zum Glück befand sich während des Brandes niemand in dem Haus. Fünf Angehörige des Familienbetriebes, die in der Nähe wohnen, kamen zum Einsatzort. Sie erlitten einen Schock und wurden von einem Kriseninterventionsteam psychologisch betreut, so das Landeskommando.

Der "Kirchenwirt" brannte völlig aus. Aufgrund der schweren Beschädigung bestehe für das Gebäude akute Einsturzgefahr, teilte Feuerwehrsprecher Franz Resperger mit.

Mindestens 500.000 Euro Schaden
Laut Erich Rosenbaum vom Landeskriminalamt NÖ deute die Spurenlage darauf hin, dass der Brand gelegt war. Die entstandenen Schadensumme wurde am Donnerstagnachmittag auf mindestens 500.000 Euro nach oben korrigiert. Die Ermittlungen laufen.

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