Strenge Kontrollen

‘Sofortmaßnahmen-Paket’ nach Sex-Attacken in Heim

Österreich
05.03.2013 14:44
Im Fall der Sex-Attacken in einer Grazer Jugendbetreuungseinrichtung hat SPÖ-Stadträtin Martina Schröck (Bild) am Dienstag ein "Sofortmaßnahmenpaket" präsentiert. Zudem müsse laut der steirischen Kinder- und Jugendanwältin Brigitte Pörsch geklärt werden, ob eine mögliche Gefährdung durch einen der verdächtigen Burschen - sie sollen vier Mädchen über Jahre missbraucht haben - nicht richtig eingeschätzt worden sei.

Stadträtin Schröck sagte, sie habe seit Bekanntwerden der Vorwürfe die Fachleute des Jugendamtes beauftragt, einen Katalog an sofort umsetzbaren Maßnahmen für alle vier entsprechenden Wohneinrichtungen zu erstellen. Dieser umfasse u.a., dass zu "neuralgischen Zeiten", zwischen 6.30 Uhr und 8.30 Uhr sowie zwischen 14 Uhr und 22 Uhr, ab sofort mindestens zwei Betreuer zeitgleich im Dienst sein müssen. Im Bereich der Waschräume - hier soll es zu Übergriffen durch die Verdächtigen auf Mädchen gekommen sein - halte sich ab sofort morgens und abends ein Mitglied des Betreuungspersonals auf.

Geschlechtertrennung, Sperrsysteme und Schulungen
Weiters soll es laut Schröck eine externe Prozess- und Krisenbegleitung in der betroffenen Einrichtung geben. Geklärt werden solle auch, warum möglicherweise Informationen bzw. potenziell gefährliche Situationen nicht wahrgenommen oder nicht richtig interpretiert worden seien.

Die Mitarbeiter sollen intensiver geschult werden. Auch die Trennung der Wohneinheiten nach Geschlechtern und eine Aufteilung der Waschräume auf verschiedene Stockwerke werden geprüft. Dazu komme die Möglichkeit zur Installierung von Sperrsystemen für die Zimmer, welche Mitarbeiten im Notfall aber den Zugang ermöglichen. Mittlerweile sind das Land als Oberbehörde und die Innenrevision der Stadt Graz zur Prüfung eingeschaltet. Schröck versprach eine "lückenlose Aufklärung der Vorfälle".

Verdächtiger bereits einschlägig aufgefallen
Die Kinder- und Jugendanwältin ergänzte, dass darüber hinaus geklärt werden müsse, ob die Einrichtung um den Verdacht wusste, dass einer der verdächtigen Burschen schon einschlägig aufgefallen sei. "Dann hätte eine Abklärung erfolgen müssen, ob die Jugend-WG überhaupt geeignet zu seiner Aufnahme gewesen ist", so Pörsch.

Möglicherweise hätten die Mitarbeiter auch gedacht, das Problem selbst in den Griff zu bekommen. "Aus irgendeinem Grund dürfte auch das Vertrauen der Opfer in die Betreuer gefehlt haben. Nun gehe es jedenfalls darum, einerseits die rechtlich-polizeiliche Aufklärung der Geschehnisse vorzunehmen und andererseits "die psychosozialen Aspekte mit Fachkräften aufzuarbeiten", so Pörsch.

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