„Keine Entwarnung“ heißt es weiterhin in Niederösterreich, wo nach wie vor das ganze Land als Katastrophengebiet gilt. Das teilte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Sonntagabend mit. Zumindest die Nacht dürfte aber, so die Hoffnung, eine „kleine Verschnaufpause“ bringen.
„Die Lage ist nach wie vor prekär“, betonte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner nach einer Lagebesprechung am Sonntag. Nach wie vor gebe es immer wieder Menschenrettungen. Auf eine Zahl wollte sich der Landesfeuerwehrkommandant vorerst nicht festlegen. Am Sonntagvormittag war von 1100 evakuierten Objekten die Rede gewesen. Mehr als 25.000 Einsatzkräfte aus Niederösterreich „und darüber hinaus“ seien aufgeboten.
Die Bundesregierung sagte Mittel aus dem Katastrophenfonds für das überschwemmte Bundesland zu. Bundeskanzler Karl Nehammer bezeichnete die Situation als „besonders herausfordernd“ und von „noch nie da gewesenem Ausmaß“. Den Angehörigen eines im Bezirk Tulln bei Auspumparbeiten ums Leben gekommenen Feuerwehrmannes sprach Nehammer sein Beileid aus.
Mikl-Leitner sprach von einer „Ausnahmesituation“, die im Land herrsche. Die Schäden durch Hochwasser seien ebenso wie das Leid der Menschen groß. Am Sonntagnachmittag waren auch Kräfte aus der Steiermark und aus Oberösterreich im Einsatz. Ein Nachlassen der Niederschläge in der Nacht sollte eine „kleine Verschnaufpause“ bringen, hoffte Mikl-Leitner.
„Ganzes Land im Katastrophenmodus“
Das Land sei „im Katastrophenmodus“, sagte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) ebenfalls am Sonntagabend. „An etlichen Flüssen wurde der hundertjährliche Hochwasserpegel erreicht oder sogar weit überschritten.“ Die Abflussspitzen an der Donau würden „in den nächsten Stunden erwartet“. Trotzdem könne keine Entwarnung gegeben werden, denn auch für die kommenden 48 Stunden seien „bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter und für Montagvormittag besonders starke Niederschläge prognostiziert“.
Unterstützung für die Einsatzkräfte gab es u.a. durch Hubschrauber des Innenministeriums, des Bundesheeres und der „Christophorus“-Flotte des ÖAMTC. Seitens des Landes wurde auch ein Assistenzeinsatz des Bundesheeres angefordert. Etwa 1000 Soldatinnen und Soldaten standen zur Verfügung.
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