Das Ferienende naht, und schon bald wimmelt es frühmorgens wieder nur so vor Schülern auf den steirischen Straßen. Damit diese sicher zum Unterricht gelangen, sollten Eltern Wege jetzt schon mit ihnen üben – und Autofahrer sich bei der Nase nehmen.
In wenigen Tagen starten die steirischen Kinder und Jugendlichen wieder in die Schule. Doch am Weg dorthin lauern einige Gefahren auf sie. So kam es im Vorjahr laut dem österreichischen Verkehrsclub in der Steiermark zu 61 Schulwegunfällen mit 72 Verletzten.
Das heißt jedoch nicht, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen müssen, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky: „Die Kinder kommen auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung und sie erlangen vor allem Kompetenz für das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Das hilft ihnen auch bei all ihren Wegen, die sie in der Freizeit zurücklegen.“
Üben zahlt sich aus
Damit aber für mehr Sicherheit gesorgt werden kann, müssen vor allem die Kleinsten sensibilisiert werden. Bis zum Alter von 12 Jahren rät der VCÖ, den Schulweg jetzt noch mit den Kindern einzuüben – besonders, wenn sie diesen noch nicht kennen. Der beste Schulweg ist dabei nicht unbedingt der schnellste!
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit rät Autofahrern zu mehr Aufmerksamkeit und geringeren Geschwindigkeiten. „Die Zahlen zeigen, dass unsere Kinder die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind“, sagt Peter Felber vom KFV. Sie neigen dazu, Geschwindigkeiten falsch einzuschätzen und sich leichter ablenken zu lassen. Man müsse mit ihnen daher vorsichtiger umgehen als mit anderen Fußgängern.
1800 Plakate mit dem Slogan „Du, pass auf!“ wurden in der Steiermark verteilt. Auch die Polizei verstärkt ihre Kontrollen rund um den Schulstart – es lohnt sich also, den 30er einzuhalten.
Gefahren, die auf der Straße lauern
Eine neue Studie der TU Graz und des Instituts „Sicher unterwegs“ hat herausgefunden: Rennende Volksschulkinder brauchen 1,8 Meter zum Stehenbleiben – unabhängig vom Alter. Anders als Erwachsene können sie die Bewegung nicht einfach abbrechen. Auf Gefahrenpotenziale wie diese sollten Autofahrer achtgeben.
Kinder haben nicht nur eine verzögerte Reaktionszeit, sie haben auch ein eingeschränktes Sichtfeld. Sie schauen nicht immer nach links und rechts – und Hindernisse oder parkende Autos, über die Erwachsene leicht hinwegblicken, werden zur Gefahr. Laut VCÖ passierte jeder 7. Verkehrsunfall im vergangenen Jahr auf einem Schutzweg, weshalb sie eine Ausweitung des Parkverbots fordern.
Der Weg zum Unterricht muss nicht unbedingt schnellstmöglich von A nach B führen. Der sichere Weg ist der bessere – und bietet noch dazu Zeit, die man mit Freunden verbringen kann. Auf der Website des VCÖ werden zudem aktuell Problemstellen auf Schulwegen gesammelt, um eine Orientierungshilfe zu geben. Auch steirische Eltern können Gefahrenstellen melden.
Das KFV gibt Tipps für Pkw-Lenker: Wichtig sind Geschwindigkeitslimits, gerade in der Umgebung von Schulen und Öffis. Zudem sollte ein großer Abstand zu Schulkindern gewahrt werden. Vor Zebrastreifen sollte man vollständig anhalten, aber nicht nur: Laut StVO müssen Autofahrer immer stehen bleiben, wenn Kinder die Straße queren wollen – auch ganz ohne Schutzweg
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