Dompfarrer Toni Faber wird morgen den verstorbenen Baumeister (†91) auf seinem letzten Weg begleiten – dabei tat er dies schon vorher, über viele Jahre hinweg waren sie freundschaftlich verbunden. Nun nimmt auch er Abschied …
„Wien ist ärmer, die Welt ist ärmer und ein Wiener Original fehlt“, sinnierte Dompfarrer Toni Faber über die Zeit, nach Richard Lugners Beisetzung. Diese wird morgen ab 8 Uhr im Stephansdom stattfinden, wo Fans und Freunde des Baumeisters sich zuerst eine Stunde lang vor dem aufgebahrten Sarg verabschieden können.
„Wenn wir am Ende dieser Trauerstunde im Stephansdom den Sarg hinausbegleiten, wird die allseits bekannte Fächerpolonaise von Carl Michael Ziehrer gespielt werden, von dem kleinen Musikensemble. Und das wird die Hommage sein an den Opernball. Draußen empfangen ihn dann die Hoch- und Deutschmeister mit dem Radetzkymarsch. Auch ein Lieblingsstück von ihm. Und dann läuten wir mit den historischen Glocken des Domes zum Abschied.“
Faber begleitet nicht nur seinen letzten Weg
Zwar wird sich Toni Faber zwischenzeitlich kurz entschuldigen müssen, um eine Taufe zu halten, im Anschluss an die letzte Stadtrundfahrt des Verstorbenen – vorbei an der Staatsoper und Lugner City – wird er aber das katholische Requiem in der Kaasgrabenkirche leiten. Dort wird er auch predigen und als langer Freund der Familie ebenfalls beim anschließenden Zusammentreffen dabei sein, nachdem „Mörtel“ am Grinzinger Friedhof seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Als eben dieser enge Wegbegleiter geht ihm der Abschied auch persönlich nahe, auch wenn er sich in gewisser Art schon über Jahre hinweg darauf vorbereitet hatte, wie er im „Krone“-Interview erzählte: „Es war mir klar, irgendwann wird einmal der Tag kommen, wo ich dieser schönen würdevollen, aber tatsächlich auch schweren Aufgabe gegenübergestellt bin und ihn dann begleiten darf und habe mich geistig sozusagen immer schon darauf eingestellt.“
Er hinterlässt ein Lächeln bei seinen Freunden
Der Geistliche hätte auch die kirchliche Segnung der eigentlich frisch getrauten Eheleute Richard und Simone Lugner im Oktober abhalten sollen – so wie er es jedes Jahr zu „Mörtels“ Geburtstag tat – wenn auch nicht mit der Absicht, dass er „heilig, oder weiser wird“, schmunzelte Faber nostalgisch.
„Einer, der der Gesellschaft auch einen Spiegel vorhält und gleichzeitig immer betont hat ,Sei du selbst, sei authentisch‘. Das war Richard Lugner. Hundertprozentig!“
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