



Erneut kam es in der Arlbergregion in Tirol zu einem heftigen Unwetter. Betroffen war jetzt die Gemeinde Pettneu: Bei einem Murenabgang im Malfontal am Donnerstagabend wurde eine Brücke weggerissen. Das Tal ist aktuell gesperrt. Übernachtungsgäste der Edmund-Graf-Hütte mussten nach Kappl absteigen.
„Zwischen 18.30 und 19.30 Uhr ging im Bereich des Hohen Rifflers ein Unwetter mit Starkregen nieder“, schildert der Pettneuer Bürgermeister Patrik Wolf. Extreme Bäche donnerten vom Riffler ins Malfontal herab und brachten viel Material mit. Die Mure riss die sogenannte Fernerbrücke in rund 1400 Metern mit – die einzige Brücke für Fahrzeuge und Fußgänger ins Tal. „Es wurden in dem Bereich auch Teile des Wegs zerstört und Weideflächen vermurt“, schildert der Ortschef.
Rosanna musste frei gemacht werden
Doch damit nicht genug: Die Mure wälzte sich mit dem Bach bis in die Mündung in die Rosanna im Bereich des Siedlungsgebiets „Reschenwiese“. „Die Rosanna wurde auf die Seite gedrückt, die im Jahr 2012 erfolgte Verbauung hat den Bach aber gebändigt, sodass keine Häuser beschädigt wurden“, atmet der Bürgermeister auf. 2010 waren hier bei einem Unwetter Häuser vermurt worden. „Wir haben die Rosanna bereits frei gemacht, damit sie nicht zurückstaut“, sagt Wolf.




Behelfsbrücke in zwei Wochen?
Die Verantwortlichen bemühen sich nun, möglichst rasch einen Fußgängerübergang über den Malfonbach zu schaffen. „Für eine behelfsmäßige Brücke für Fahrzeuge brauchen wir aber mindestens zwei Wochen“, so der Bürgermeister. Die wird nötig sein, denn auf der Malfonalm befinden sich knapp 100 Jungrinder, die demnächst zurück ins Tal müssen.
Eine zweite, kleinere Mure hat im oberen Bereich des Malfontals ebenfalls Schäden am Fahrweg angerichtet. Die sollen dem Vernehmen nach aber nicht so stark ausgefallen sein.
Die Rosanna wurde auf die Seite gedrückt, die im Jahr 2012 erfolgte Verbauung hat den Bach aber gebändigt, sodass keine Häuser beschädigt wurden.
Patrik Wolf, Bürgermeister Pettneu am Arlberg
Tal wegen Lebensgefahr gesperrt
Das Malfontal ist aufgrund des Murenabganges für alle Fußgänger und den gesamten Fahrzeugverkehr wegen Lebensgefahr bis auf Weiteres gesperrt.
Dutzende Personen auf Berghütte
Auf der Edmund-Graf-Hütte, die über das Tal erreichbar ist, hielten sich am Abend 50 Gäste auf. Sie stiegen am Freitag sicher auf einer anderen Route ins Paznaun nach Kappl ab.
Glück im Unglück: Laut Polizei wurden keine Personen verletzt.
Vor zwei Wochen in St. Anton ...
In St. Anton am Arlberg war es vor zwei Wochen zu folgenschweren Murenabgängen und Sturzfluten gekommen, Fahrzeuge und Häuser wurden von den Erdmassen und Wassermassen erfasst. Mindestens 35 Gebäude waren beschädigt worden, darüber hinaus mehrere Brücken und Straßen.
Auch die Arlbergstraße war im Zuge der Unwetter sowohl auf Vorarlberger als auch auf Tiroler Seite von Murenabgängen betroffen gewesen. Ein großer Erdrutsch hatte die Straße auf Tiroler Seite bei St. Anton verlegt. In Vorarlberg ging bei St. Christoph am Arlberg eine Mure auf die Straße ab, die gesamte Fahrbahn wurde verlegt.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.