Der Altausseer Kirtag lockt am kommenden Wochenende wieder Tausende Besucher an – im Wahlkampf freuen sich Politiker, wenn sie mit den Gästen im legendären Bierzelt auf Tuchfühlung gehen können. „Solche Ereignisse haben den Charme eines politischen Almauftriebs“, sagt ein Politikexperte.
Landauf, landab locken Bierzelte mit Grillhendl und zünftiger Musik, aber kein Zeltfest zieht die Feierwütigen (aus ganz Österreich) so an wie das legendäre am Altausseer Kirtag. Kommendes Wochenende werden die Bierfässer wieder „o’zapft“, gefeiert wird bis zum Festhöhepunkt am Montag im traditionellen Feuerwehr-Bierzelt.
20.000 Party-Gäste in Lederhose und Dirndl werden wie jedes Jahr erwartet, darunter viel Prominenz, auch aus der Politik. „Die Politiker sind bei uns auch gerne gesehen, egal welche Parteifarbe sie haben“, sagt Hauptorganisator Christian Fischer, Kommandant der Feuerwehr Altaussee. „Wir sind schon ein bissl stolz, wenn man beispielsweise mit dem Bundeskanzler ungezwungen plaudern kann.“
Die Politiker sind bei uns auch gerne gesehen, egal welche Parteifarbe sie haben. Für sie ist der Kontakt mit der Bevölkerung wichtig.

Christian Fischer, Kommandant der Feuerwehr Altaussee
Bild: FF Altaussee
Einen VIP-Bonus gibt’s nicht
Allerdings: Einen Promi-Bonus bekommt keiner, auch nicht der Regierungschef, die Plätze werden nicht reserviert, und VIP-Bereich gibt’s auch keinen. Heuer wird Karl Nehammer übrigens nicht zum Bierkrug (mit Wasser-Mischung) greifen, soviel ist schon bekannt, ihn wird Ministerin Susanne Raab vertreten.
Für die Feuerwehr Altaussee ist der Kiritog die alljährliche Haupteinnahmequelle, 10.000 freiwillige Arbeitsstunden fließen in die Veranstaltung. „Mit den Erlösen können wir unsere Gerätschaften ankaufen“, berichtet Fischer.
Solche Ereignisse haben den Charme eines politischen Almauftriebs. Der Bierzelt-Auftritt muss jedenfalls zur Persönlichkeit passen.
Heinz P. Wassermann, Politikwissenschafter an der Grazer FH Joanneum
„Charme eines politischen Almauftriebs“
„Solche Ereignisse haben den Charme eines politischen Almauftriebs“, analysiert Politexperte Heinz P. Wassermann von der Grazer FH Joanneum im „Krone“-Gespräch. Die Politiker würden oft nach dem Motto: agieren: „Nicht gesehen zu werden ist schlecht, gesehen werden ebenfalls.“ Der Auftritt im Altausseer Bierzelt müsse, so Wassermann, zur Persönlichkeit passen: „Ich kann mir Werner Kogler nicht im Salonsteirer vorstellen.“ Die „Gefahr der Peinlichkeit“ könne schnell gegeben sein. Der Vizekanzler kommt übrigens zum Kirtag – man darf gespannt auf die Kleiderwahl sein.
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