Helmut Fahrner, Seniorchef vom Hotel Schindler direkt neben dem Steißbach, schildert die dramatischen Minuten vom Freitag. Seiner Meinung nach kam der Ort mit einem blauen Auge davon.
„Auf einmal hat es dermaßen gerumpelt, es kamen riesige Steine mit dem Steißbach, die Brücke hat regelrecht gebebt.“ Helmut Fahrner hat zwar schon die Unwetter mit verheerenden Schäden in den Jahren 1999 und 2005 miterlebt, die Urgewalt der Naturkatastrophe von Freitag ist jedoch selbst für ihn vollkommen neu gewesen.
Flutwelle raste herab
Die Flutwelle sei urplötzlich durch den verbauten Steißbach ins Oberdorf heruntergerast. „Irgendwo hat es sich wohl gestaut, dann ist alles auf einmal losgebrochen“, vermutet Fahrner im Gespräch mit der „Krone“.
Hätte sich der Steißbach bei der Brücke neben uns verklaust, hätte sich die Mure vermutlich nach wenigen Minuten durch das Dorf hinuntergewälzt.
Helmut Fahrner, Seniorchef Hotel Schindler, St. Anton
„Ort kam mit blauem Auge davon“
Sein Hotel habe es 2005 erwischt, dieses Mal kam er freilich mit dem Schrecken davon. „Der ganze Ort ist mit einem blauen Auge davongekommen“, glaubt er und liefert die Begründung dafür: „Hätte sich der Steißbach bei der Brücke neben uns verklaust, hätte sich die Mure vermutlich nach wenigen Minuten durch das Dorf hinuntergewälzt.“
Schlagwetter in großer Höhe
Seiner Ansicht nach muss es sich um ein kräftiges Schlagwetter mit Hagel in großer Höhe gehandelt haben. Vom Galzig, aus den sogenannten Schweinströgen und dem Schindlerkar, sei wohl Material aus steilen Flanken ausgebrochen und in das Steißbachtal gestürzt. Das Material habe sich in der Folge nach St. Anton hinuntergewälzt und die Verwüstungen angerichtet.
Gewitterzelle bewegte sich nicht
Von der Ulmer Hütte, die sich knapp hinter der Landesgrenze auf Vorarlberger Seite des Arlbergs befindet, hat er erfahren, dass es zwischen 17 und 21 Uhr ohne Pause geregnet habe. „Wie man auf Wetterkanälen gesehen hat, blieb die Gewitterzelle lange am gleichen Fleck.“
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