Gedenken an Schlacht

70 Jahre danach: Wolgograd heißt wieder Stalingrad

Ausland
31.01.2013 12:43
70 Jahre nach der Schlacht von Stalingrad kehrt die heutige russische Millionenstadt Wolgograd für einige Tage zu ihrem alten Namen zurück, wie das Stadtparlament beschloss. Die Umbenennung ist umstritten, Namenspatron Josef Stalin gilt mittlerweile auch in weiten Teilen der russischen Gesellschaft als Massenmörder. Anlass für die Aktion sind die Feiern zum Gedenken an die blutigen Gefechte des Jahres 1943, die den Vorstoß der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg stoppten.

Der erste Tag des neuen Stalingrad ist der kommende Samstag, an dem sich die Kapitulation der deutschen Armee zum 70. Mal jährt. Russische Veteranen, die bei der Schlacht dabei waren, hatten einen Antrag auf Namensänderung eingebracht, dem das Parlament der Metropole an der Wolga zustimmte. Neben dem 2. Februar soll auch an einigen weiteren Gedenktagen des Jubiläumsjahres der alte Name der Stadt verwendet werden.

Historiker, Menschenrechtler und Politiker unterschiedlicher Lager kritisierten die Entscheidung. Sie verurteilen Sowjetdiktator Stalin (Bild 2) als Massenmörder und warnen vor einer Heldenverehrung. Heftigen Protest äußerte beispielsweise die Menschenrechtsorganisation Memorial.

Wiedererwachender Stalin-Kult
Der Kult um den 1953 verstorbenen Herrscher treibt nicht nur in jener Stadt neue Blüten, die bis 1961 nach ihm benannt war. Auch in St. Petersburg und im sibirischen Tschita fahren zum 70-Jahr-Jubiläum des Sieges der Roten Armee über die deutschen Truppen Busse mit Stalin-Porträts durch die Stadt, berichten russische Medien. In den vergangenen Jahren war es an vielen Orten in Russland zu ähnlichen Aktionen gekommen.

Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs
Die Schlacht von Stalingrad gilt als Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs, der 1943 den Vormarsch der deutschen Armee im zwei Jahre zuvor begonnenen Deutsch-Sowjetischen Krieg stoppte. Die Wehrmacht war im Sommer 1942 mit 230.000 Mann in die Stadt einmarschiert. Im November wurden die Soldaten von der Roten Armee eingekesselt. In den Gefechten bis zur – freilich nie offiziellen – Kapitulation am 2. Februar 1943 kamen etwa 700.000 Menschen ums Leben. Mehr als 100.000 Wehrmachtssoldaten gerieten in sowjetische Gefangenschaft, nur etwa 5.000 von ihnen überlebten den Krieg.

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