29.01.2013 17:47 |

Erste Entwarnung

Flut in Australien: "Das Schlimmste scheint vorüber"

Mit Orkanwinden und Sturzregen hat Wirbelsturm "Oswald" im Nordosten Australiens weitreichende Schäden angerichtet. Nach schweren Überschwemmungen in den Bundesstaaten Queensland und New South Wales gaben die Behörden nun aber vorsichtig Entwarnung. "Das Schlimmste scheint vorüber", hieß es am Dienstagabend.

Die Pegel der Flüsse gingen langsam wieder zurück, sagte Brigadegeneral Greg Bilton. Das Militär werde bald mit Aufräumarbeiten beginnen können. Der Regierungschef von New South Wales, Barry O'Farrell, sagte, das Schlimmste scheine vorüber, auch wenn weitere Überschwemmungen noch zu erwarten seien.

Nach heftigen Regenstürmen stehen nach wie vor weite Teile der beiden Bundesstaaten unter Wasser, Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Insgesamt vier Menschen starben - zuletzt ein dreijähriger Bub, der von einem entwurzelten Baum erschlagen wurde. Die Stadt Bundaberg wurde fast komplett überflutet. Soldaten und Transportflugzeuge waren im Dauereinsatz, um Menschen zu retten, die sich vor den Sturzfluten auf ihre Dächer retteten.

Black-Hawk-Hubschrauber holen Menschen von Dächern
"Hören Sie das Getöse? Das ist kein Helikopter, das ist das reißende Wasser", sagte Queenslands Premierminister Campbell Newman bei einem Kurzbesuch in der von der Außenwelt fast abgeschnittenen Stadt. Die Ortschaft ist derzeit nur per Flugzeug zu erreichen. Vor allem die Fließgeschwindigkeit des Wassers sei erschreckend: "Es sieht vielerorts aus, als stünde man an Stromschnellen - sehr gefährlich", sagte Newman ungläubig.

Der Mann mit der langen Militärkarriere orderte mehr als ein Dutzend Black-Hawk-Helikopter zum Einsatz, um Menschen von Dächern zu retten. Zudem dirigierte er einen Militärtransporter vom Typ Hercules C130 nach Bundaberg, um Patienten, die aus Spitälern geholt worden waren, auszufliegen. Hunderte Soldaten seien im Anmarsch, um den Einwohnern zu helfen, versicherte er.

Baby aus Kleintransporter gerettet
Bei einer dramatischen Rettungsaktion wurde ein 14 Monate altes Baby aus einem fortgeschwemmten Kleintransporter geholt. Da die Luke für die normale Bergungsausrüstung zu klein war, zogen seine Retter es in einem wasserdichten Sack aus dem Kleinlaster in ihren Helikopter, bevor sie auch seine Mutter retteten. Als diese ihren Sohn in die Luft entschweben sah, sei ihr schlecht geworden, erzählte die 22-jährige Schwangere später.

Die Millionenstadt Brisbane blieb von den Überschwemmungen weitgehend verschont. Doch warnte Regierungschef Newman, dass die wichtigsten Wasserwerke beschädigt seien. Er rief die Einwohner auf, ihren Wasserverbrauch drastisch einzuschränken.

Die Erinnerungen an die Überschwemmungen vor zwei Jahren sind in Brisbane noch frisch. Der Fluss in der Innenstadt trat zwar über die Ufer, aber das Wasser stieg nicht so rasant wie befürchtet, sagte Bürgermeister Graham Quirk. Damals standen 20.000 Häuser unter Wasser.

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