„Krone“-Autor Harald Petermichl verfolgt nicht nur den internationalen Fußball intensiv, auch in Sachen Olympia ist er voll dabei. So auch am vergangenen Dienstag, als ARD-Reporterin Stephanie Baczyk einen denkwürdigen Satz in den Äther schickte. Das und mehr in der neuesten Kolumne in der Reihe „Ach, übrigens...“
Darüber, ob Profifußball wirklich zwingend Bestandteil von Olympischen Spielen sein muss, kann man geteilter Meinung sein, aber ohne Fußball wären die Spiele von Paris um eine schöne Geschichte ärmer: Es war am 6. August um 18:11 Uhr und es lief gerade das Halbfinale im Frauenfußball zwischen Deutschland und den USA, als ARD-Reporterin Stephanie Baczyk hörbar verwirrt den denkwürdigen Satz „Jetzt sehe ich hier gerade Thomas Müller mit einem Pferd“ in den Äther schickte. Und tatsächlich war für ein paar Sekunden zu bestaunen, wie das vom TSV Pähl stammende Bayern-Urgestein zusammen mit einem Pferd eine Art hippologische Partnerübung vollführte. Für einen in der Rosstäuscherei nicht sonderlich Bewanderten war es zunächst eher schwierig, sich einen Reim darauf zu machen.
Aber die Lösung liegt auf der Hand und hier kommt Walter Wadenspanner ins Spiel. Klingt beim ersten Lesen wie ein Turnlehrer aus einem Donald Duck-Comic, heißt aber tatsächlich so, betreibt im niederbayerischen Rottenburg an der Laaber einen Pferdezuchthof mit Hengststation nebst angeschlossener EU-Besamungsstation und arbeitet seit über zehn Jahren mit Thomas Müller zusammen, der wiederum gemeinsam mit seiner Frau Lisa unter dem Dach der von Ex-Bayern-Profi Ludwig Kögl geführten „Kögl & Partner GmbH“ (mit Sitz im Kanton Luzern) den Dressurstall „Gut Wettlkam“, zwischen Otterfing und Fraßhausen, betreibt. Wadenspanner hält jedenfalls große Stücke von Thomas Müller, denn man könne mit ihm beispielsweise „prima über Blutlinien und Anpaarungen diskutieren“.
Langer Rede, kurzer Sinn: Thomas Müller ist im Zweitberuf Pferdezüchter und zusammen mit Madeleine Winter-Schulze Eigentümer des westfälischen Wallachs Checker 47, mit dem Christian Kukuk im Schlosspark von Versailles Gold im Einzelspringen erritten hat. Bei der verwirrenden Einblendung während des Halbfinales hat es sich um eine schnöde Panne gehandelt, weil versehentlich ein Schnipsel aus einem Beitrag über den Hippologen Thomas Müller auf Sendung gegangen war. Egal, Thomas M. ergänzt sich jedenfalls prima mit Lisa M., selbst erfolgreiche Dressurreiterin, denn während diese bei Pferden „immer auch auf die Optik“ schaut, haben bei ihrem Gatten „Rittigkeit und ein starkes Hinterbein“ oberste Priorität. Und weil nach Müllers Einschätzung „ein junges Pferd auf dem Weg nach oben zu begleiten“ vergleichbar sei mit „dem Weg eines jungen Fußballers an die Spitze“, ist die Wahl dieses zweiten beruflichen Standbeins von geradezu betörender Folgerichtigkeit.
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