23.01.2013 13:12 |

In Zeiten der Krise

Einkommen der Italiener sinkt auf Niveau von 1986

Die Krise nagt dramatisch am Einkommen der Italiener, das 2012 um durchschnittlich 4,8 Prozent geschrumpft ist. Dies entspricht einem Einkommensverlust von 879 Euro in diesem Jahr, ergab eine am Mittwoch präsentierte Studie des Unternehmerverbands Rete Imprese Italia. Und auch die Aussichten für 2013 sind weiterhin trüb: Im laufenden Jahr wird das Pro-Kopf-Einkommen in Italien von 17.337 auf 16.955 Euro sinken - und damit das Niveau von 1986 erreichen.

Das sinkende Einkommen wirkt sich entsprechend negativ auf den Konsum aus, der so niedrig wie vor 15 Jahren ist. Der Pro-Kopf-Konsum sei im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent gefallen, erklärte Mariano Bella, Direktor des Wirtschaftsbüros von Rete Imprese. Der Trend bleibe negativ: 2013 sei mit einem weiteren Rückgang von 1,4 Prozent zu rechnen.

Steuerdruck auf Unternehmen steigt
Laut Bella sei 2012 der Steuerdruck auf Unternehmen auf 56 Prozent gestiegen, das Bankensystem habe die Kredite für Unternehmen um 32 Milliarden Euro reduziert. Ein Unternehmen nach dem anderen müsse Konkurs anmelden, klagte Bella, der zu einem nationalen Protesttag am 28. Jänner aufrief.

Der Präsident von Rete Imprese, Carlo Sangalli, richtete einen Appell an die Verbandsmitglieder: "Unser Wirtschaftssystem bleibt am Rande des Abgrunds. Die Unternehmen sehen immer noch keinen Ausweg aus dem Tunnel der Krise. Wir müssen Druck auf die Politik ausüben, damit für die kommenden Jahre eine gemeinsame Strategie zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung entwickelt wird."

Monti: "Berlusconi verzerrt Realität"
Indes warnte der scheidende Premier Mario Monti vor einem Sieg seines Vorgängers Silvio Berlusconi bei den Parlamentswahlen im Februar. "Sollte Berlusconi gewinnen, wäre es für uns Italiener eine Katastrophe", erklärte Monti am Dienstagabend in einer TV-Sendung des Senders RAI. Der Medienzar habe eine "starke Fähigkeit, die wirtschaftliche Realität zu verzerren", seine ausgerufene "liberale Revolution" sei weder revolutionär noch liberal.

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