Die enormen Neuschneemengen der vergangenen Tage hatten die Lawinengefahr auf Stufe 3 bis 4 ansteigen lassen. Dennoch brachen der Chef der Lesachtaler Bergrettung, Manfred St., sowie das Ehepaar - die beiden sind ebenfalls bei der Bergrettung - in den Morgenstunden zu einer Skitour auf den Mittagskofel in den karnischen Alpen auf. "Gegen 15 Uhr sind wir verlässlich wieder zurück", hatte das Trio als Nachricht hinterlassen.
Als sich jedoch niemand zurückmeldete, schlugen Angehörige Alarm. Die Polizei entdeckte auch bald das Auto der Vermissten am Ausgangspunkt der Skitour. "Anrufe am Handy, Funkversuche - alles blieb erfolglos", schilderten Polizisten. Vom Polizeihubschrauber aus entdeckten die Einsatzkräfte schließlich, dass am Mittagskofel eine Lawine abgegangen war.
"Wir stehen alle unter Schock"
Bergretter und Mitglieder der alpinen Einsatzgruppe der Polizei machten sich dort auf die Suche nach den Vermissten. Ein Lawinenspürhund wurde schließlich fündig. Doch es war bereits zu spät, der Notarzt konnte nur mehr den Tod der Alpinisten feststellen. Die Helfer mussten daraufhin die Leichen ihrer Kameraden ausgraben und ins Tal bringen. "Wir stehen alle unter Schock", so die Kameraden.
Das Ehepaar hinterlässt zwei kleine Kinder (8 und 10 Jahre alt). Um Bergrettungschef Manfred St. trauern seine erwachsenen Kinder und eine Ehefrau. "So eine Tragödie gab's bei uns noch nie", sind auch ältere Lesachtaler fassungslos. Am Samstag stieg eine Experten-Kommission zum Unglücksort auf, um die genauen Umstände des Lawinenabgangs zu untersuchen.
Tödliches Lawinenunglück in der Obersteiermark
Auch in der Obersteiermark hat sich am Freitag ein tödliches Lawinenunglück ereignet. Ein 24-Jähriger kam auf dem Seckauer Zinken im Bezirk Murtal ums Leben. Bei der Abfahrt vom 2.400 Meter hohen Gipfel dürfte der Student aus Deutschlandsberg selbst die Lawine ausgelöst haben, die ihn verschüttete.
Sein Begleiter - ein 26-jähriger Grazer, der unverletzt blieb - konnte ihn zwar rasch freilegen, nachdem der 24-Jährige aber nicht auf Reanimationsversuche reagierte, fuhr der Grazer ins Tal ab, um Hilfe zu holen. Daraufhin stiegen 18 Bergretter sowie drei Alpinpolizisten auf. Für den Verunglückten kam aber jede Hilfe zu spät. Zum Zeitpunkt des Unglücks, gegen 14 Uhr, hatte Lawinenwarnstufe 3 geherrscht.
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