Mehr Geld und effizientere Strukturen sollen Schwung in Kärntens Tourismus bringen. Gäste erwarten sich höhere Qualität, treffen Urlaubsentscheidungen kurzfristiger.
„Der Pyramidenkogel war eigentlich die letzte große Innovation, die letzte große Geschichte in Kärnten“, merkt Josef Petritsch, Tourismus-Obmann der Wirtschaftskammer, kritisch an. „Im Innovationsbereich sind wir leider in Rückstand geraten.“
Da setzt der neue Aktionsplan des Landes Kärnten an. „Der Kostendruck hemmt leider Investitionen, zugleich erwartet der Gast mehr Qualität“, erklärt Landesrat Sebastian Schuschnig. „Stillstand wäre hier aber Rückschritt.“ Die Mittel für die Investitionen sollen aus einem eigenen Infrastrukturfonds kommen.
Wir müssen aus dem bisherigen Klein-Klein herauskommen. Stillstand wäre Rückschritt, daher brauchen wir dringend Investitionen in das Angebot in Kärnten.
Landesrat Sebastian Schuschnig
Finanziert durch höhere Orts- und Nächtigungstaxen
„Wir werden das Kärntner Tourismusgesetz überarbeiten und es muss sich etwas bei den Nächtigungs- und Ortstaxen ändern“, betont Schuschnig. „Die Ortstaxe liegt seit 2005 unverändert bei maximal 2 Euro, nur wenn die Gebühren an die Teuerung angepasst werden, wären wir bei 3,85 Euro. Damit könnten schon viel passieren.“
Auch Petritsch hält dies für einen guten Betrag, hält aber fest: „Wichtig ist, dass diese Abgaben zweckgebunden für den Tourismus sind.“ Dem pflichtet Schuschnig bei: „Damit werden sicher keine Budgetlöcher gestopft, das Geld soll, nur für Projekte, wie Radwege, verwendet werden.“ 2026 soll es losgehen.
Strukturen sollen effizienter werden
Zusätzlich sollen die Strukturen überdacht werden. „Wenn ein Tourismusverband und eine Region deckungsgleich sind, sollte man sich über einen Zusammenschluss Gedanken machen“, so Schuschnig. Denn nur mit effizienten Strukturen könne man „wieder die Nummer 1 werden“, wie Petritsch betont.
Wo liegt nun die Zukunft für Kärntens Tourismus? Sicher nicht bei kleinen Projekten. „Wir müssen weg vom Bachladendenken, uns auf unsere Stärken konzentrieren“, so Petritsch. Ob das nun Highlights wie der Pyramidenkogel oder Infrastruktur für Radfahrer ist.
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