Innovative Konzepte

Kampf um Dorfläden: Neun Lungauer Orte versorgt

Salzburg
13.07.2024 08:00

Können Kramerläden von damals heute überhaupt noch überleben? Im Lungau sind verschiedene Konzepte erfolgreich – von der Gemeinde als Genossenschaftsträger bis zur Selbstbedienungs-Box.

In sechs von 15 Lungauer Ortschaften müssen Bewohner für Einkäufe weite Wege in Kauf nehmen: 9 Gemeinden – allen voran natürlich die Zentren St. Michael und Tamsweg – sind versorgt. Innovative Ideen verhinderten vielerorts eine weitere Ausdünnung der Dorfinfrastruktur.

St. Margarethen: Gemeinde eine Einheimische retteten Kramerladen
In St. Margarethen stand der Fortbestand des Dorfladens vor zweieinhalb Jahren erneut auf der Kippe. Die Kauffrau musste kurz nach ihrer Übernahme wieder aufgeben. Corona war damals sein enormer Einschnitt. „Wir wollten das Geschäft nicht sterben lassen“, schildert Bürgermeister Johann Lüftenegger (ÖVP).

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Wir haben viel Betrieb. Das Geschäft wird von Einheimischen gut angenommen.

Karoline Knar, Verkäuferin in „Unser Kroma“ St. Margarethen

Ohne eine Hilfe durch die Gemeinde wäre der Kramerladen aber nicht zu halten gewesen. Die Gemeinde gründete eine Genossenschaft. 240 Einheimische zeichneten Anteilsscheine und stärkten so die Basis. Obmann ist der Bürgermeister selbst. „Jeder Bon zählt“, appelliert er an die St. Margarethener daheim einzukaufen. Die Entwicklung sei gut: „Mit 650.000 Euro Nettoumsatz im Jahr 2023 haben wir eine schwarze Null geschrieben.“

In seiner Ackerbox in Unternberg setzt Johann Lüftenegger auf Regionalität: Ein Rechtsstreit ...
In seiner Ackerbox in Unternberg setzt Johann Lüftenegger auf Regionalität: Ein Rechtsstreit erschwert ihm aktuell den Betrieb.(Bild: Roland Holitzky)

Innovative Ideen von Muhr bis Unternberg
Aktiv wurde die Gemeinde auch in Muhr. Sie betreibt seit 2020 das Geschäft im eigenen Haus. In Ramingstein steht der Wirtschaftsverein Tamsweg hinter dem Dorfladen. Das Geschäft im Mehrzweckgebäude kombiniert mit Seniorenbetreuung und leistbarem Wohnen wird gut angenommen. Die Gemeinde kommt bei der Miete entgegen. „Der Durchschnittseinkauf geht nach oben“, freut sich Heimo Prodinger, dass in Ramingstein nicht nur die vergessene Milch oder Jausenbrote gekauft werden.

Innovativ ist die Lösung in Unternberg: Einkäufe können rund um die Uhr bei Johann Lüftenegger und seiner Self-Service-Ackerbox erledigt werden. Ein Rechtsstreit wegen der Öffnungszeiten erschwert aktuell allerdings den Betrieb. Unklarheit herrscht, ob das Geschäft als Automatenbetrieb einzustufen ist.

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