Nach großer Aufregung hat eine Gruppe Roma nach nur zwei Tagen einen Modellflugplatz in Dobl-Zwaring verlassen. Auch im nicht weit entfernten Grambach campieren seit dieser Woche Vertreter des Wandervolks – und das auf einem Grund der Wirtschaftskammer.
Drohungen gegen Medienvertreter, machtlose Kommunalpolitiker, verärgerte Grundbesitzer: Dass sich eine große Gruppe Roma und Sinti kurzerhand am Modellflugplatz in Dobl-Zwaring niedergelassen hatte, sorgte für viel Aufregung. In der Nacht auf Mittwoch ist sie dann plötzlich wieder verschwunden.
Wirtschaftskammer: „Keine Genehmigung“
Ebenfalls seit Montag hat sich eine weitere Roma-Gruppe in Grambach südlich von Graz niedergelassen, und zwar auf einer Wiese im Gewerbegebiet. Eigentümer ist die Wirtschaftskammer. „Wir können bestätigen, dass von unserer Seite keine Genehmigung vorliegt und wir diese unrechtmäßige Benutzung auf das Schärfste ablehnen. Wir sind mit den zuständigen Behörden in Kontakt und werden die notwendigen rechtlichen Schritte einleiten“, heißt es in einer Stellungnahme zur „Krone“.
„In diesem Ausmaß war das in unserer Gemeinde noch nie der Fall“, sagt Adi Kohlbacher, Vizebürgermeister von Raaba-Grambach. Zwischenfälle seien bisher aber nicht bekannt geworden. Auch sei offen, wie lange die Roma in Grambach bleiben werden.
Gemeindevertreter etwa aus Dobl-Zwaring, aber auch Lieboch beklagen fehlende Handhabe. Strafrechtlich könne man gegen die illegale Benutzung von Wiesenflächen nicht vorgehen, eine zivilrechtliche Besitzstörungsklage verpufft in den meisten Fällen. Die Landesregierung hat diese Woche angekündigt, die Einführung von strengeren Regeln zu überprüfen. In anderen Bundesländern wie Niederösterreich oder Tirol kann Wildcampen verboten werden.
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