04.07.2024 09:08

Caritas vor Ort

„Im Südsudan bezweifelt niemand die Klimakrise“

Die Zahl der Hungernden weltweit steigt aufgrund von Kriegen und der Klimakrise. In Ländern wie dem Südsudan, dem jüngsten und zweitärmsten Land der Erde, leiden mehr als 7 Millionen Menschen an Hunger. Schauspielerin Valerie Huber und Wiener Caritas-Direktor Klaus Schwertner waren vor wenigen Tagen vor Ort und berichten im krone.tv-Interview über eine intensive und berührende Reise. 

Zirka 54 Prozent der Menschen im Südsudan sind von Hunger betroffen oder leiden an Mangelernährung. Die Caritas ist bereits seit vielen Jahren im Südsudan tätig. „Nach dem Bürgerkrieg mit dem Sudan, aber seit einem Jahr auch der schreckliche Krieg im Sudan, wo allein in den Südsudan Hunderttausende Menschen geflüchtet sind, ist die Lage sehr herausfordernd“, erzählt Schwertner.

(Bild: Caritas)

Die Regierung und alle Verantwortlichen seien überfordert, die eigene Bevölkerung entsprechend zu versorgen. Deshalb gehe es vor Ort neben akuter Unterstützung, wie etwa im Baby-Feeding-Center auch darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Etwa durch Bildungs- aber auch nachhaltigen Landwirtschaftsprojekten, die vor allem Frauen in der Selbstversorgung unterstützen. „Wir haben Schulen besucht, wo sehr viel Hoffnung zu spüren ist, weil Bildung ein ganz wesentlicher Schlüssel ist.“ Überraschend war laut Schwertner auch, dass es mehr Faktenorientierung gibt: „Im Südsudan bezweifelt die Klimakrise niemand.“

(Bild: Caritas)

„Natürlich macht das was mit einem, wenn man dann am ersten Tag direkt auf einem Friedhof steht, wo Menschen sich angesiedelt haben, weil sie sonst nicht wissen, wo sie hin können“, erzählt Valerie Huber, die selbst in Afrika aufgewachsen ist, über die Reise. Aber es gab auch schöne Momente: „Trotz dieser Armut und dieser Hoffnungslosigkeit tragen die Menschen so eine Lebensfreude in sich.“ Vor allem die Stärke der Frauen vor Ort, die ihre Familien aus der Armut führen wollen, habe sie beeindruckt. 

Verbindlicher Stufenplan gefordert
Die Caritas fordert von der internationalen Staatengemeinschaft strukturelle Solidarität, denn eine Welt ohne Hunger sei möglich, betont Schwertner. „Auch Österreich ist hier säumig. Laut Zahlen der OECD hat Österreich im Vorjahr insgesamt nur 0,38 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit aufgewandt. Dabei ist klar: Jedes Zehntelprozent kann darüber entscheiden, ob Menschen hungern müssen oder nicht. Für Österreich fordern wir daher endlich einen verbindlichen Stufenplan mit klaren Zielen bis 2030.“

Es sei völlig klar, dass es auch Not in Österreich gibt. „Ein großer Fokus unserer Caritasarbeit liegt bei der Bekämpfung von Not in Österreich.“ Gleichzeitig zeige ein Blick über den Tellerrand, dass es ein Dreifachjackpot bei der Geburtenlotterie ist, wenn man hierzulande geboren wurde. Schwertner: „Das ist auch der Appell an Menschen hier in Österreich, die es sich leisten können, auch entsprechend Hilfe zu leisten, etwa im Südsudan und in den anderen Ländern, wo diese Hungerprojekte fortgeführt werden müssen.“

Helfen Sie dabei, Menschen in den ärmsten Ländern der Welt vor dem Hungertod zu bewahren. Weil gegen Hunger nachhaltig ein Kraut wachsen kann! www.caritas.at/helfen

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