Die Steirerin Bettina Bernadowitsch widmet ihr Leben pflegebedürftigen Katzen. Jetzt muss sie aus ihrem Haus, in dem sie einen einzigartigen Gnadenhof für Samtpfoten betreibt, raus und braucht dringend Hilfe. Ohne Spenden droht das Vorzeigeprojekt zu scheitern.
Beim Betreten des Gnadenhofs Katzenhoffnung Steiermark geht Tierfreunden sofort das Herz auf: Katzen laufen einem maunzend entgegen und warten auf Streicheleinheiten. Die Tiere sind lebensfroh und verschmust – trotz Querschnittslähmungen und Inkontinenz.
Dass diese Samtpfoten so ein schönes Leben haben und nicht eingeschläfert wurden, verdanken sie der Steirerin Bettina Bernadowitsch. Die einstige Hotelmanagerin hat ihre Karriere an den Nagel gehängt und widmet ihr Leben seit fast zehn Jahren voll und ganz ihren pflegebedürftigen Schützlingen.
„Behinderte Katzen haben auch Recht auf Leben“
2015 hat die Tierschützerin in Söding-St. Johann (Bezirk Voitsberg) ein Haus gekauft und aufwändig zu einem Gnadenhof umgebaut. Inzwischen kümmert sie sich aufopferungsvoll rund um die Uhr um 50 Katzen, die nach Unfällen, Krankheit oder Misshandlung pflegebedürftig sind. „Meine Mission ist es, den Menschen nahezubringen, dass solche Katzen auch ein Recht auf Leben und trotz ihrer Erkrankungen Lebensqualität haben“, so die Katzenmama, die weit über die steirischen Grenzen hinaus bekannt ist und für ihr Engagement auch schon mit dem Tierschutzpreis des Landes Steiermark ausgezeichnet wurde.
Missgunst eines Nachbarn hat schwere Folgen
Doch jetzt steht das einzigartige Katzenparadies vor dem Aus. Nach einer Änderung des Flächenwidmungsplans kam durch einen missgünstigen Nachbarn ans Tageslicht, dass der Betrieb eines Tierheims in dieser Zone nicht erlaubt ist. Es folgten zahlreiche Gerichtsverhandlungen, bis hin zum Landesverwaltungsgericht.
Und obwohl tierschutzrechtlich alles in bester Ordnung ist und Gutachter auch keinerlei Geruchs- oder Lärmbelästigung feststellen konnten: Rechtlich gesehen darf Bernadowitsch in ihrem Haus kein Tierheim mehr betreiben, eine befristete Übergangsbewilligung läuft bald aus. „Ich selbst könnte im Haus bleiben, müsste aber den Gnadenhof einstellen. Das kommt für mich nicht infrage. Ich stehe und falle mit meinen Katzen“, so die Tierschützerin. Für die Katzen wäre das Aus des Gnadenhofs wohl das sichere Todesurteil, denn eine vergleichbare Einrichtung, wo Katzen in einem Privathaus integriert rund um die Uhr betreut werden, gibt es nicht. Und für 50 pflegebedürftige Katzen einen adäquaten Platz zu finden, ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit.
Wenn ich nicht weitermachen kann, droht den Katzen das Einschläfern. Eine vergleichbare Einrichtung mit familiärer Betreuung rund um die Uhr gibt es nicht.
Bettina Bernadowitsch, Gründerin und Obfrau des Vereins Katzenhoffnung Steiermark
Ungewollter Neustart – ohne Spenden geht es nicht
Die einzige Chance ist jetzt: Wieder bei null anfangen, ein neues Haus kaufen und für die Samtpfoten umbauen. Für den spendenfinanzierten Verein ein gewaltiger Kraftakt. Daher hofft die Katzenmama jetzt auf Spenden. Erster Hoffnungsschimmer: Im benachbarten Mooskirchen gäbe es eine ideale Liegenschaft, wo ein Tierheim rechtlich haltbar ist. Jetzt lebt die Hoffnung auf viele helfende Katzenfreunde ...
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