Mi, 15. August 2018

Einigung erzielt

06.12.2012 13:37

Handels-KV: Plus 2,98% für Arbeiter und Angestellte

Nach sechs Verhandlungsrunden haben sich die Sozialpartner am Mittwochabend auf einen neuen Kollektivvertrag für über eine halbe Million Beschäftigte im Handel geeinigt: Arbeiter und Angestellte bekommen ab 1. Jänner 2,98 Prozent mehr Gehalt, Lehrlinge 3,1 Prozent. Ausständig bleiben vorerst die Themen aus dem Rahmenrecht, etwa sechste Urlaubswoche und Samstagsarbeit. Diese Punkte werden erst im Laufe des kommenden Jahres verhandelt.

Den Handel kostet der Abschluss rund 500 Millionen Euro. "Für die Unternehmen gerade noch vertretbar", sagte Arbeitgeber-Chefverhandler Peter Buchmüller. Gewerkschaftsverhandler Manfred Wolf sieht durch einen "Aufrundungsmechanismus den glatten Dreier erreicht".

Da Gehälter auf den vollen Euro aufgerundet würden, schaue für 90 Prozent der Handelsangestellten ein Gehaltsplus von drei Prozent heraus, so Wolf. Der Gewerkschafter sieht damit die zentrale Forderung der Arbeitnehmervertreter nach einem Plus von drei Prozent für alle erreicht.

Wolf: Lücke zu anderen Branchen geringer geworden
Die Lücke zu anderen Branchen sei dadurch nun geringer geworden, ergänzte der Gewerkschafter. Die Gewerkschaft hatte sich im Vorfeld der Verhandlungen auf eine IFES-Umfrage berufen, wonach das Brutto-Durchschnittsgehalt für Vollzeitbeschäftigte im Handel monatlich um rund 380 Euro niedriger ist als das Durchschnittsgehalt von Angestellten anderer Branchen.

Ursprünglich hatte die Gewerkschaft ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent gefordert. Mit dem nun erzielten Ergebnis wird zwar die Inflation (2,65 Prozent) abgegolten, unter dem Strich dürfte den Beschäftigten aber nicht allzu viel bleiben: "Damit den Menschen netto real etwas bleibt, muss die Erhöhung zumindest um einen Prozentpunkt über der Inflationsrate liegen", so GPA-Vizechef Karl Proyer zu Beginn der Gehaltsverhandlungen.

Sechste Urlaubswoche und Co. werden gesondert verhandelt
Themen aus dem Rahmenrecht wurden aus den diesjährigen Kollektivvertragsverhandlungen ausgeschlossen und in eigens eingerichtete Arbeitsgruppen ausgelagert. Die Gewerkschaft war mit der Forderung, dass man leichter in den Genuss der sechsten Urlaubswoche kommt, in die Gehaltsverhandlungen gestiegen. Die sechste Woche Urlaub im Jahr bekommen Beschäftigte derzeit nur dann, wenn sie 25 Jahre durchgehend im selben Unternehmen arbeiten. Aus Vordienstzeiten sowie Schul- und Studienzeiten werden bisher maximal zwölf Jahre angerechnet.

Auch die Themen Zuschlagsregelung und Samstagsarbeit sollen im Laufe des nächsten Jahres in Arbeitsgruppen behandelt werden. "Wir haben gemeinsam befunden, dass wir dafür mehr Zeit brauchen", meinte Wolf.

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