Über den Schöckl gibt es viele Bücher. Elke Jauk-Offner und Harald Eisenberger haben sich vorgenommen, unerzählte Geschichten über den Grazer Hausberg auszugraben. Dabei sind sie unter anderem auf eine Sennerin und Ausgrabungen aus dem Römischen Reich gestoßen.
Da gibt es eine Sennerin – sie heißt Regina Rinner und hat ganze 26 Sommer auf dem Schöckl verbracht. Die Saison begann immer im Mai – da muss die Wiese beim Ostgipfel gemäht werden, bevor der giftige Weiße Germer zu blühen begann. Erst dann konnten die Tiere auf die Alm geschickt werden.
Elke Jauk-Offner hat sie getroffen, ihrer Geschichte gelauscht und diese niedergeschrieben. „Der Schöckl hat viele Gesichter, ein schroffes und ein sanftes, ein bodenständiges und ein mystisches, ein stürmisches und ein friedliches“, schreibt sie in ihrem Buch „Auf dem Schöckl“, das am 24. Juni erschienen ist.
Der Schöckl ist ein sehr sagenumwobener Berg. Man muss die Geschichten nur ausgraben.
Autorin Elke Jauk-Offner
Erst gab es Fotos, dann entstanden die Texte
Es ist das zweite Buch der studierten Soziologin, die seit 2011 als freie Journalistin und Autorin tätig ist. „Das Schreiben war schon früh eine Passion von mir. Rekordhalterin unter den Schöckl-Gängern war ich davor aber keine“, sagt die 50-Jährige. Auslöser für die Buchidee war viel mehr der Fotograf: „Harald Eisenberger wuchs in Passail, im Schatten des Schöckls auf.“
So gab es schon im Vorhinein reichlich Fotos aus den verschiedenen Jahreszeiten – Jauk-Offner musste nur noch die Geschichten dahinter finden. „Der Schöckl ist ein sehr sagenumwobener Berg. Im Zuge der Recherchen habe ich ihn neu entdeckt“, sagt sie. 13 Luftkilometer von Graz entfernt und 1445 Meter hoch berge er so viel mehr, als das, wofür er als Hausberg bekannt ist.
Römische Ausgrabungen aus dem dritten Jahrhundert
Viele Wanderer finden beispielsweise Glimmerschiefer und Kalke bei ihren Ausflügen – dass sich römische Ausgrabungen darunter verbergen, wissen aber die wenigsten. Jauk-Offner recherchierte: Bei der Errichtung der Kapelle in der Nähe des Ostgipfels fand man Scherben aus dem alten Römischen Reich. Sie gehen bis ins dritte Jahrhundert nach Christus zurück.
Von seiner Entstehungsgeschichte wird der Bogen bis ins Heute gespannt: So bietet der Schöckl heutzutage vielen Sportlern wie Disc-Golfern, Kletterer, Läufern, Downhillern oder Paragleitern eine Heimat. Auch Wanderinspiration findet sich selbstverständlich im Buch, das vor allem durch seine starken Bilder wirkt. Es ist im Styria-Verlag erschienen und ab sofort in allen gut sortierten Buchhandlungen erhältlich.
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