Im Hotelgewerbe:

„Als junge Chefin musst du dich immer beweisen“

Salzburg
23.06.2024 14:02

Sie sprangen ins kalte Wasser, aber sie werden belohnt. Die jungen „Soulsisters“ aus Kaprun gehen unbeirrt ihren Weg.

Die Reitzer-Schwestern waren Anfang 20, als 2017 plötzlich ihr Vater starb. Beiden war sofort klar: „Wir übernehmen das Hotel von unserem Vater.“ Jessica kündigte in München ihre Anstellung an einer Rezeption und Jennifer ihre in Mittersill als Kellnerin.

Sieben Jahre später leuchten beim „Krone“-Besuch die Augen der beiden. Denn sie haben nicht nur das Familienunternehmen gerettet – aus dem 1992 von den Eltern errichteten Haus Antonius haben die Schwestern das Vier-Sterne-Hotel „Soulsisters“ gemacht. Vor wenigen Tagen wurde es ausgewählt in den Kreis der Wellnesshotels „Leading SPA Resorts“. Für die beiden ist es eine Bestätigung ihrer Vision. Sie haben in den letzten Jahren das Haus komplett umgekrempelt und viel investiert. Ihr Stil kommt im luxuriösen Saunabereich, kuscheligen Zimmern ebenso zur Geltung wie in verspielten Details.

Witzige Lampen sind nur ein kleiner Teil ihrer Vision, mit der sich die Schwestern eben eine begehrte Auszeichnung holten. (Bild: Roland Hölzl)
Witzige Lampen sind nur ein kleiner Teil ihrer Vision, mit der sich die Schwestern eben eine begehrte Auszeichnung holten.

Leicht war und ist der Job keineswegs. „Als junge Chefin musst du dich immer beweisen“, sagt Jennifer Franic-Reitzer. „Für Frauen in Führungspositionen ist es schwieriger, Respekt zu kriegen als für Männer“, weiß Jessica Leitner-Reitzer.

Die Hotelchefinnen haben ihr Handwerk in der Tourismusschule Klessheim gelernt und schauen, dass sie Wichtiges zusammenhalten. Sie haben keine offenen Stellen, vielleicht auch, weil sie während der Pandemie ihr Personal hielten. Es besteht heute zu Dreivierteln aus ausländischen Mitarbeitern.

Kellner Andi Petershofer ist schon rund 30 Jahre „Teil der Familie“. Warum so viele Mitarbeiter aus der Gastro weggingen? „Kellner ist eine Berufung. Du musst mit ganzem Herzen dabei sein“, meint er. „Uns ärgert, wenn die Hotellerie schlechtgeredet wird. Viele Arbeitgeber zahlen gut“, findet Jessica Leitner-Reitzer. Mit ihrer Schwester bastelt sie gerade an einer 4,5-Tage-Woche. Wieder wird sich etwas ändern. Denn, so die beiden: „Du darfst nie stehenbleiben.“

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