Freundin bestohlen

Russland: Fast 4 Jahre Strafkolonie für US-Soldat

Ausland
19.06.2024 09:15

Russlands Justiz hat in der Causa des US-Soldaten Gordon Black am Mittwoch ein Urteil gefällt: Der 32-Jährige, der in Wladiwostok an der Pazifikküste wegen des Verdachts des Diebstahls und der Androhung des Mordes an seiner Freundin in Gewahrsam ist, muss für drei Jahren und neun Monate in eine russische Strafkolonie.

Sein Verteidiger will der staatlichen Nachrichtenagentur RIA zufolge gegen das Urteil Berufung einlegen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten für den US-Soldaten gefordert, der sich vor wenigen Tagen teilweise schuldig bekannt hatte.

Dass er seiner Freundin mit dem Tod gedroht haben soll, stritt er allerdings ab. Seine Freundin sei bei einem Streit mit ihm stark alkoholisiert gewesen und habe ihn geschlagen. Er habe sie lediglich im Nacken gefasst, um sie zu beruhigen. Er habe ihr etwas Geld gestohlen, um eine Nacht im Hotel schlafen zu können. Der 34-jährige Soldat wurde bereits im Mai festgenommen.

Pentagon kritisiert Blacks Russlandreise
Die beiden hatten sich in Südkorea kennengelernt. Der Amerikaner war nach Wladiwostok gekommen, um sie zu besuchen. Das Pentagon teilte mit, dass Black vor seiner Verhaftung nicht nur gegen die Regeln der Armee verstoßen habe, indem er ohne Genehmigung in die russische Stadt Wladiwostok gereist sei. Auch die Durchreise durch China zuvor sei entgegen der Vorschriften erfolgt.

Meist komplizierte Verhandlungen um inhaftierte US-Bürger
Die Inhaftierung von US-Bürgern in Russland zieht in den meisten Fällen komplizierte Verhandlungen zwischen Moskau und Washington über eine Freilassung oder einen Austausch nach sich. So wurde die US-Basketballspielerin Brittney Griner 2022 in Russland wegen Drogenbesitzes verurteilt und gegen den russischen Waffenhändler Viktor Bout ausgetauscht, der in den USA inhaftiert war.

Seit Ende 2018 sitzt der frühere US-Soldat Paul Whelan wegen angeblicher Spionage in Haft. Die Bemühungen der US-Behörden um eine Freilassung hatten bisher keinen Erfolg.

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