Bub (5) starb im Wald

„Extremer Ausnahmezustand“ für Familien und Helfer

Steiermark
14.06.2024 06:00

Die Trauer ist groß nach dem tragischen Murenabgang in St. Marein bei Graz, bei dem ein Fünfjähriger verstarb. Das Kriseninterventionsteam (KIT) ist im Großeinsatz, hilft vor allem den Betroffenen und den Einsatzkräften. Auch das KIT-Notfalltelefon wurde aktiviert.

„Auch wir können das Geschehene nicht ungeschehen machen“, sagt Cornelia Forstner vom steirischen Kriseninterventionsteam (KIT). Mit insgesamt zehn Mitarbeitern war das Team am Mittwoch nach dem tragischen Murenabgang, bei dem ein Fünfjähriger verstarb, in St. Marein bei Graz im Einsatz. „Wir sind sowohl für die Betroffenen als auch für die Einsatzkräfte da. Sie alle erleben bei so einer Tragödie einen extremen Ausnahmezustand.“

„Es ist wichtig, Sicherheit zu geben“
Wie reagieren Menschen in so einer Belastungssituation? „Sehr unterschiedlich“, sagt Forstner. „Manchen wird es übel oder sie bekommen Atemnot, andere beginnen laut zu brüllen und weinen, andere verstummen und erstarren. Unsere Aufgabe ist es, den Menschen aus diesem Gefühl der Ohnmacht in ganz kleinen Schritten wieder herauszuhelfen“, erklärt sie.

Cornelia Forstner vom Kriseninterventionsteam (Bild: Sepp Pail)
Cornelia Forstner vom Kriseninterventionsteam

Für die betroffenen Familien geht es zuallererst darum, gesicherte Infos zu haben: Was ist da gerade passiert? Wie geht es jetzt weiter? „Da sind wir als Vermittler wichtig“, sagt Forstner. Einer der schwierigsten Aufgaben für die KIT-Mitarbeiter: „Oft gehen wir auch als Unterstützung mit, wenn die Betroffen sich noch von den Verstorbenen verabschieden wollen.“ Und sie helfen auch dabei, das soziale Netzwerk zu aktivieren: „In solchen Extremsituationen ist es wichtig, dass man Menschen um sich hat, die einem Sicherheit geben.“

Notfalltelefon wurde aktiviert
Einige Tage lang werden die Betroffenen vom KIT betreut, danach werden sie an andere Hilfsnetzwerke übergeben. Und auch für die Einsatzkräfte in so einer Situation brauche es danach oft noch „Stressmanagement“, wie Forstner berichtet. Auch am Tag nach der Tragödie von St. Marein bei Graz war das Kriseninterventionsteam übrigens mit acht Personen (sie alle sind Freiwillige) vor Ort: „Aktuell ist aber auch das KIT-Notfalltelefon freigeschaltet, bei dem sich alle Betroffenen, die akut Hilfe brauchen, gerne melden können“, sagt Forstner.

Sie erreichen das KIT-Notfalltelefon unter 0664/8500222.

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