Zahl eher stagnierend

Bisher keine „Flucht in die Privatschulen“

Österreich
23.05.2024 07:41

Die vielfach beklagte „Flucht in die Privatschulen“ hat bisher nicht stattgefunden. Vielmehr ist der Anteil von Kindern an Privatschulen in den letzten Jahrzehnten nur leicht angewachsen – zuletzt war er sogar wieder minimal rückläufig, wie Zahlen der Statistik Austria im neuen Band „Bildung in Zahlen 2022/23“ zeigen. Je nach Schulart liegt der Anteil der Kinder an Privatschulen zwischen rund fünf Prozent (Volksschulen) und einem Drittel (berufsbildende mittlere Schulen/BMS).

In absoluten Zahlen am meisten Privatschüler gibt an den AHS. Dort ist deren Anzahl zwischen 1990/91 und 2022/23 in absoluten Zahlen tatsächlich von 22.300 auf 34.500 angewachsen – das hat aber vor allem mit dem generell stärkeren Zuwachs an Schülern in den AHS zu tun. Anfang der 1990er-Jahre betrug der Anteil der Privatschüler an AHS 14,1 Prozent. Ein Jahrzehnt später waren es dann 15,2 Prozent, 2010/11 15,8 Prozent. Seither ist der Anteil aber unverändert.

Etwa fünf Prozent bei Volksschulen
Ähnlich ist die Entwicklung an Volks- und Mittelschulen. An den Volksschulen besuchten Anfang der 1990er-Jahre 14.700 Kinder eine private Einrichtung, das entsprach damals einem Anteil von vier Prozent. Bis 2010/11 wuchs dann diese Zahl auf 16.400 bzw. fünf Prozent. Seither ist der Anteil der privaten Volksschüler aber mehr oder weniger konstant. Zwischen 2020/21 und 2022/23 sank er sogar sowohl absolut als auch relativ minimal. Zuletzt besuchten von 360.000 Volksschülern 17.700 eine Privatschule, das sind 4,9 Prozent.

Fast parallel ist es an den Mittelschulen: 1990/91 waren 9.900 Kinder und Jugendliche an einer privaten Einrichtung (damals noch Hauptschule) eingeschrieben, das war ein Anteil von 4,1 Prozent. Bis 2020/21 gab es dann ein Anwachsen auf 12.200 bzw. 5,9 Prozent – seither wuchs die absolute Zahl minimal bzw. sank der relative Anteil minimal.

Höherer Anteil bei berufsbildenden Schulen
Traditionell vergleichsweise hohe Privatschulanteile gibt es im Bereich der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, wo unter anderem etwa die Wirtschaftskammer Träger von Einrichtungen z.B. im Tourismusbereich ist. An den BMS liegt der Anteil an Privatschülern seit den 1990er-Jahren konstant bei in etwa einem Drittel – absolut ist deren Zahl – bei insgesamt sinkenden BMS-Schülerzahlen – von 19.000 auf 16.300 gesunken.

Als einzige Schulform weisen die berufsbildenden höheren Schulen (BHS) sowohl absolut als auch relativ einen durchgehend ansteigenden Zuwachs an Privatschülern auf. Deren Zahl wuchs seit Anfang der 1990er-Jahre von 13.200 auf 22.100 bzw. deren Anteil von 12,5 auf 15,7 Prozent.

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