Diskussionsabend

Front gegen Fernpass-Tunnel wird immer größer

Tirol
17.05.2024 19:00

Fritz Gurgiser unterstützt die Initiative Lebensraum Gurgltal im Kampf gegen die Ausbaupläne am Fernpass. 400 Besucher waren beim Diskussionsabend am Donnerstag vor Ort, 300 weiter online dabei.

„Es ist gesetzlich legitim, dass Landeshauptmann Anton Mattle nur mit den Bürgermeistern verhandelt. Die Herzen der Menschen wird er so aber nicht gewinnen!“ Diese Aussage von Fritz Gurgiser im Nassereither Gemeindesaal am Donnerstagabend pickt. Die Initiative Lebensraum Gurgltal rund um Ludwig Gruber hatte Österreichs obersten Transitbekämpfer zu einem Vortrag ins Oberland geladen. Die Hütte war brechend voll, zudem waren auch noch 300 Teilnehmer online dabei.

Es ging um die Fernpass-Ausbaupläne mit dem Herzstück Scheiteltunnel und dem zweispurigen Ausbau des Lermooser Tunnels. Der Scheiteltunnel soll bemautet werden, um in weiterer Folge den „Lermooser“ finanzieren zu können. Der Widerstand in den betroffenen Regionen wird immer größer, weil zu befürchten ist, dass mit den Tunnels auch das 7,5-Tonnen-Limit am Fernpass fällt.

„Mit sechs Millionen Fahrten haben wir schon zu viel Verkehr und zu viele Stautage. Unsere Mobilität und vor allem die Regionalwirtschaft werden massiv behindert“, klagt Ludwig Gruber. Das Fernpasspaket würde die Situation verstärken, ist er sich sicher. „Wir werden uns dagegen wehren.“ Zu diesem Zweck wurde die Bürgerinitiative gegründet, die nun Fritz Gurgiser eingeladen hatte.

Fritz Gurgiser vom Transitforum (Bild: Johanna Birbaumer)
Fritz Gurgiser vom Transitforum

„Ausbauprogramm ist Beschleunigungspaket“
„Das derzeitige Ausbauprogramm ist ein Beschleunigungspaket und soll die Gesamtstrecke noch attraktiver machen. Vor allem auch im Hinblick darauf, dass mit den jahrzehntelangen Sanierungen der A13- und A22-Brennerautobahnbrücken nördlich und südlich mit deutlichen Einschränkungen des Lkw-Verkehrs zu rechnen ist. Deshalb ist es so wichtig, mit einem gesetzlich abgesicherten und vorgegebenen Gesamtpaket zu agieren und sich nicht darauf einzulassen, in Zukunft immer öfter auf Abfahrverbote angewiesen zu sein“, erklärte Gurgiser unter tobendem Applaus.

Genauso sei und bleibe es ein leeres Versprechen, dass das 7,5 Tonnen-Limit halten werde – das zeige die Tiroler und österreichische juristische Geschichte ausreichend, dass auch durch gute Rechtsgutachten abgesicherte „Jahrhundertgesetze“ eben nicht von Gutachtern und Politikern Bestand haben, sondern von Gerichten entschieden werden.

Zitat Icon

Die Vorgabe lautet, die Belastungen jetzt mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu reduzieren und keinesfalls weiter zu erhöhen.

Fritz Gurgiser, Transitforum

„Fernpasskrug ist übervoll“
Gurgisers Fazit: „Der Fernpasskrug ist seit Jahren übervoll und die Vorgabe lautet, die Belastungen jetzt mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu reduzieren und keinesfalls weiter zu erhöhen. Ich denke, das wurde sehr gut auch von den anwesenden Damen und Herren aus den Gemeinderäten verstanden – wer meint, er könne die Bürgermeister mit Prüfungen, Machbarkeitsstudien und anderen Zusagen einkaufen, kann das selbstverständlich machen. Nur eines ist schon klar: Die Augen, Ohren und Münder der Menschen lassen sich nicht mit Schweigegeld von ein paar Cent täglich verkleben. Diese Zeit ist vorbei!“

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