So, 21. Oktober 2018

Mysteriöse Gräber

17.10.2012 21:02

Massenmord in US-Bubenheim? Fall vor der Klärung

Seit Jahrzehnten gibt es Gerüchte über Misshandlungen und ungeklärte Todesfälle unter den ehemaligen Schülern einer mittlerweile geschlossenen "Besserungsanstalt" für verhaltensauffällige Buben in Marianna im US-Bundesstaat Florida. Im Zuge einer Untersuchung 2008 waren zwar keine Anhaltspunkte für die behaupteten Missbrauchsfälle, jedoch Dutzende Gräber (Bild) auf dem Areal der Schule gefunden worden. Das Grundstück steht nun vor dem Verkauf - und um das Rätsel um die Gräber endlich zu lösen, sollen diese jetzt ausgehoben werden.

Die "White House Boys" - so nennt sich der Zusammenschluss der vermeintlichen Missbrauchsopfer in Anlehnung an ein weißes Gartenhäuschen auf dem Areal der Dozier Boys School, wo die Betreuer angeblich ihrem Sadismus frönten - berichten von schrecklich brutalen Erziehungsmethoden, die sie als Schüler zwischen 1940 und 1970 erleiden mussten. Auch von ermordeten Kindern ist die Rede.

Ein Expertenteam unter der Leitung von Dr. Erin Kimerle von der University of Florida untersuchte 2008 das Areal und das Waldstück in der Nähe der Schule mittels speziellen Radargeräten und fand neben den bisher bekannten Gräbern und den darin bereits identifizierten Leichen 50 weitere geheime Gräber. "Bei den Toten handelt es sich um Kinder, die auf unbekannte Art und Weise gestorben und hier im Wald verloren gegangen sind", erklärte Kimmerle gegenüber der CNN.

100 offizielle Todesfälle
Offizielle Aufzeichnungen der Schulleitung weisen rund 100 Todesfälle auf, die sich während des Bestehens der Schule ereignet hätten. Darunter gebe es laut Kimmerle 22 Fälle, zu denen in weiterer Folge aber keinerlei Vermerke über eine Beerdigung vorhanden seien. Dieser Umstand sei ein Nährboden für "weitere Spekulationen und Gerüchte".

Um endlich Licht in das Mysterium zu bringen, sollen nun die Gräber geöffnet werden. Es ist Eile geboten, denn der Bundesstaat Florida plant, das gesamte Grundstück zu verkaufen.

Für ganz und gar keine Gerüchte halten die Anschuldigungen Leute wie Robert Straley, der zehn Monate lang die Schule besuchte. "Ich wusste oft nicht, womit sie mich schlugen, so schnell ging es zu", erinnert er sich gegenüber CNN an die schreckliche Zeit zurück.

Schüler soll erschossen worden sein
Ovell Smith Krell, die Schwester eines der verstorbenen Kinder, möchte so rasch wie möglich, dass die Gräber geöffnet werden, erhofft sie sich doch mehr Informationen zum Tod ihres Bruders Owen. Laut der damaligen Schulleitung starb der ausgerissene Bub an einer Lungenentzündung. Doch die Schilderungen eines ehemaligen Klassenkameraden widersprechen eindeutig der offiziellen Version. So sollen drei bewaffnete Männer den Bruder erschossen und danach im Wald vergraben haben.

Für Dr. Kimmerle, die unter anderem auch als Forensikerin bei der Untersuchung von Kriegsverbrechen während der Balkankriege tätig war, ist die Feststellung der Identität und der Todesumstände auch eine humanitäre Aufgabe, um den Angehörigen endlich die ihnen zustehende Gewissheit zu bringen.

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