Die Polizei Wien warnt aktuell vor einer Unbekannten, die bei Opfern auf die Tränendrüsen drückt und Geld abluchst – wohl kein Einzelfall.
Dass frei erfundene Geschichten, die besonders traurig klingen, von dreisten Betrügern gerne angewendet werden, kennt man seit dem Polizisten- oder Neffentrick aus leidvoller Erfahrung bestens. Eine Unbekannte versuchte es am 19. März in der Mariahilfer Straße auf eine sehr kreative Art und Weise. Sie erzählte einer Wienerin eine tränenreiche Geschichte. Sie schulde ihrem Schlepper noch Geld. Weil das Opfer offensichtlich ein großes Herz hat, lief es zur nächstgelegenen Bankfiliale und drückte der angeblich Geflüchteten Tausende Euro in die Hand.
Gut organisiertes Netzwerk
Nun sucht die Polizei nach der Dame, auf deren Konto noch viel mehr Betrogene gehen könnten. Die Hinweise verdichten sich, dass es ein gut organisiertes Netzwerk an Betrügern ist, dessen Hintermänner wohl auf dem Balkan sitzen.
„Bande weiß alles über ihre Opfer“
Mehrdad B. wurde im Oktober 2023 betrogen, er erklärt: „Die Bande weiß alles über ihre Opfer, und die Täterinnen sind klug und bestens ausgerüstet. Die jungen Frauen aus Bulgarien, Rumänien, Serbien, Mazedonien oder Albanien sind aber nur kleine Auftragstäter, die für große Banden arbeiten – meist unter Zwang. Da geht es um Prostitution, gewerbsmäßige Bettelei, Drogen, Raubüberfall, Cyberkriminalität und natürlich Betrug“, so der Wiener. Kaum sind die Kriminellen „erfolgreich“, geht es auch schon zur nächsten Zielperson weiter, egal, ob im In- oder Ausland.
Mögliche Hinweise (auch anonym) zur Identität der Verdächtigen an: 0664/614 36 76.
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