"Geheimakte 3" spinnt die Ereignisse der beiden Vorgänger "Tunguska" sowie "Puritas Cordis" konsequent fort und setzt dabei einmal mehr die attraktive Nina in den Mittelpunkt einer Geschichte rund um den Weltuntergang und eine jahrhundertealte Verschwörung. Was ihr seit seiner Entführung spurlos verschwundener Verlobter Max mit all dem zu tun hat, offenbart sich der Heldin des Spiels erst nach und nach. Offenbar war er etwas Großem auf der Spur, das gewissen Mächten ein Dorn im Auge ist.
Die durchaus spannende und mit einer ordentlichen Portion Mystery angereicherte Story gewinnt dabei schnell an Fahrt und führt den Spieler an eine Vielzahl detailreich gestalteter Schauplätze in unterschiedlichsten Teilen der Erde. Nicht immer steht Nina dabei allerdings im Vordergrund: Die Handlung springt oftmals zwischen verschiedenen zeitlichen Epochen hin und her, führt andere spielbare Charaktere ein, zwischen denen zur Bewältigung bestimmter Aufgaben aktiv gewechselt werden muss, und verlässt manches Mal sogar die Pfade des Realen in Richtung Traumland.
Ab ins Traumland
Diese Traumsequenzen werden für Nina zum Schlüssel für des Rätsels Lösung, fügen sich jedoch nicht ganz so harmonisch in das ansonsten sehr realistische Setting. Offenbar wussten auch die Entwickler um diesen Widerspruch: So merkt Nina bei einem ihrer ersten Ausflüge in eine Traumsequenz zum Beispiel selbstironisch an, dass sie in einem Traum sei und daher auch nicht von anderen Gestalten im Traum gesehen werden könne, wohl aber jetzt nach einem Schlüssel suchen müsse, da sie nicht durch Wände gehen könne.
Knackige Rätsel
Von derlei Ungereimtheiten in der Handlung einmal abgesehen, bietet "Geheimakte 3" aber noch immer reichlich von dem, was Fans sich erwarten: nämlich Rätsel. Deren Schwierigkeitsgrad ist anfangs noch sehr niedrig angesetzt, etwa wenn es die einzelnen Bestandteile eines zerrissenen Briefes wieder richtig zusammenzusetzen gilt. Doch spätestens mit dem Sprung von Ninas Berliner Appartement in die Türkei werden die Herausforderungen komplizierter und einzelne Rätsel beginnen sich über mehrere Schauplätze zu erstrecken, sodass man hier und da weiter um die Ecke denken muss.
Kinderleichte Bedienung
Keine Schwierigkeiten bereitet hingegen die Steuerung. Diese fällt nämlich genretypisch simpel aus und beschränkt sich auf die Nutzung der beiden Maustasten. Per Klick werden so Gegenstände inspiziert, eingesackt oder mit anderen Items im Inventar kombiniert, wobei wie so oft ein wenig Kreativität gefragt ist. An welchen Stellen eine genauere Untersuchung lohnen könnte, verrät indes die bekannte Hotspot-Anzeige, und möchte man Dialogzeilen überspringen, genügt ebenfalls ein simpler Rechtsklick, wodurch das Spielen zu einem insgesamt sehr entspannten Zeitvertreib wird.
Sollte größeres Geschick im Umgang mit der Maus vonnöten sein, müssen Gamer nicht verzweifeln: Das Spiel weist dankenswerterweise auf die bevorstehende Herausforderung hin und fragt höflich, ob man sich der Aufgabe gewachsen fühlt oder lieber einen leichteren Weg einschlagen möchte. So muss Nina beispielsweise relativ früh im Spiel Rhythmusgefühl beweisen, um mithilfe einer Statue aus einer brennenden Kirche zu entkommen. Für den Spieler bedeutet dies, dass er, sofern er sich für den schwierigeren Lösungsweg entschieden hat, im richtigen Timing abwechselnd beide Maustasten drücken muss. Eine Aufgabenhilfe gibt es obendrauf.
"Kein Grafikspiel"
So viel spielerische "Action" ist jedoch eher selten. In der Regel kann man ganz gemütlich und ohne zeitlichen Druck sämtliche markanten Stellen eines Abschnitts unter die Lupe nehmen und sich dabei an den grafisch zweckgemäß, aber nicht opulent gestalteten Hintergründen erfreuen. Oder wie es in einer Mitteillung zum Spiel formuliert wird: "Ansprechender Look, aber kein Grafikspiel." Auch wenn man sich gerade bei den Videosequenzen ein paar Polygone mehr wünschen würde, so hat der Verzicht auf überbordenden Grafik-Schnickschnack doch sein Gutes: "Geheimakte 3" läuft problemlos auch auf Laptops und älterer Hardware.
Bei den Synchronsprechern hätte man sich hingegen stellenweise etwas mehr Inbrunst erhofft. Die Tatsache, dass Max gerade vor ihren Augen entführt wurde, steckt Nina doch ein Spur zu locker weg. Aber wer weiß: Vielleicht ist sie nach ihren bisherigen Abenteuern auch einfach schon zu abgebrüht.
Fazit: "Geheimakte 3" bietet entspannte Adventure-Kost mit einer zwar nicht immer plausiblen, aber doch zumindest spannenden Handlung sowie fordernden Rätseln. Die vergleichsweise nüchterne optische Aufmachung gerät angesichts dessen in den Hintergrund, was in Hinblick auf die Lauffähigkeit auch auf älteren Geräten jedoch keinesfalls als Nachteil zu werten ist.
Plattform: PC
Publisher: Deep Silver
krone.at-Wertung: 8/10
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