Winzer räumen ab

Steirer sind Weltmeister bei Sauvignon-Weinen

Steiermark
25.04.2024 15:38

Was für ein Ritterschlag für die steirische Wein-Elite: Die Steiermark war Gastgeberland der großen Sauvignon Selection by CBM, bei der die besten der besten Weine aus der ganzen Welt um die Sauvignon-Weltmeisterschaft rittern. Und die weiß-grünen Winzer holten sich gleich drei der vier begehrten Trophäen!

Ein einziges Mal nur im Lotto zu gewinnen, grenzt ja schon an ein Wunder und muss unglaublich sein – und dann sogar zweimal! „Ja, so ähnlich fühlt es sich grad für mich an“, schmunzelt Reinhard Muster, Winzer aus Gamlitz. Er wurde nämlich am Donnerstag zum Weltmeister beim international allerwichtigsten Bewerb um den besten Sauvignon gekürt. Und das zum zweiten Mal.

Stefan Potzinger, Weinprinzessin Marlene, Landwirtschaftskammerpräsident Franz Titschenbacher
Stefan Potzinger, Weinprinzessin Marlene, Landwirtschaftskammerpräsident Franz Titschenbacher(Bild: Christian Jauschowetz)

Der Bewerb, auf den die Weinwelt mit großen Augen schaut, fand heuer (zum zweiten Mal nach dem Jahr 2018) in der Steiermark, in Leibnitz,  statt. 1285 Winzer aus 27 Ländern schickten dafür ihre Paradetropfen ins Rennen, was den CMB zum wichtigsten und größten Sauvignon-Bewerb der Welt macht. Und auch die Jury mit Produzenten, Journalisten und Experten stammt aus 20 Ländern.

Die internationale Fachjury
Die internationale Fachjury(Bild: Wein Steiermark Walter Scheucher)

Am Vormittag wurden Blind-Verkostungen vorgenommen – am Nachmittag stolz in die schönsten Ecken der Steiermark entführt. „Wir haben zum Beispiel im Stift Seggau  ausnahmsweise die Glocke läuten dürfen – was normalerweise nur passiert, wenn ein Bischof stirbt“, schmunzelt Wein Steiermark-Boss Stefan Potzinger. „Die Leute sind mit tollen Eindrücken wieder nach Hause gefahren.“ „So eine hohe Qualität hätten wir gar nicht erwartet“, reüssierte etwa eine brasilianische Weinexpertin aus der Jury. Und: „Gastgeberqualitäten, das Land und die Events wurden hier zur Perfektion gebracht“, lobte ein Mitglied aus Finnland.

(Bild: Wein Steiermark Walter Scheucher)

Tenor: „Es wäre nicht einfach, in der Steiermark einen schlechten Sauvignon zu finden.“ Nur eines fehlte ihm bislang: die große internationale Bühne. Doch damit ist es verlässlich vorbei!

Denn: 156 steirische Weine wurden eingereicht. Und mit 42 Prozent holte sich fast jeder zweite eine Auszeichnung nach Hause. Aber das ist nicht alles: „Es gibt vier wirklich wichtige, herausragende Auszeichnungen, darunter den Weltmeister“, erklärt Experte Stefan Potzinger. Und drei davon gingen tatsächlich in die Steiermark!

  • Das Weingut Schmölzer  holte sich die Tonnellerie Sylvain Trophy, welche den besten in Eichenfässern gereiften Wein prämiert, mit dem  Schmölzer Sauvignon Blanc Kitzeck-Sausal Privat 2019.
  • Frauwallner, die erfolgsverwöhnten Winzer aus dem Vulkanland, wurden mit  „Sweet Revelation“ für ihren herausragenden Sauvignon Blanc Ried Stradener Rosenberg 2017 ausgezeichnet.
  • Und: Das Weingut Muster aus Gamlitz schoss mit dem besten Sauvignon im Wettbewerb den Vogel ab und holte sich den Weltmeistertitel. Ihr in Gamlitz produzierter Sauvignon Blanc Grubthal 2020 überzeugte die Juroren durch Eleganz, Länge, Komplexität und eindrucksvolle Ananasnoten.
Der Weltmeister und die Königin
Der Weltmeister und die Königin(Bild: Christian Jauschowetz)

Was für ein Erfolg – und für Muster sogar der zweite. „Ich bin total überrascht und wie erschlagen“, schilderte Reinhard Muster seinen ersten Eindruck. „Zumal ich nur unter dem Vorwand, meine Weine zur Verkostung zu bringen, von Stefan Potzinger zur Auszeichnung ,gelockt´ worden bin.“ Bereits im Jahr 2018 holte er, der „im Windschatten der großen Namen Wein produziert“, sich die in der Branche wertvollste Auszeichnung. „Danach hab ich gar nicht mehr mitgemacht, weil ich mir gedacht hat, einmal zu gewinnen ist eh schon die Krönung, was sollte danach noch kommen.“

Weinmachen ist Kopfarbeit
Nun, die zweite Auszeichnung heuer. Warum ist grad sein Wein so gut? „Zum Handwerk des Weinmachens arbeite ich auch ganz viel mit dem Kopf“, ist seine Analyse. „Ich ,erdenke´ mir den Wein, stelle mir ganz exakt vor, wie er aussehen, welche Ansprüche er erfüllen soll. Und von dieser Vorstellung, dieser Idee, weiche ich keinen Millimeter ab. Das ist mein Erfolgsgeheimnis.“ Und, dass der Sauvignon ihn herausfordert: „Man nennt ihn nicht umsonst die Diva, dieser Wein ist launisch, manchmal grantig, temperamentvoll. Er ist meine große Liebe.“  Auf 100 Hektar wird Wein übrigens bei Muster angebaut.

Dieser Erfolg rückt die Steiermark, die das erklärte Ziel verfolgt, weltweit führend beim Sauvignon zu werden, unumstößlich auf die große Bühne. Die Nachfrage wird wohl explodieren. Obwohl, wie ein Jurymitglied launig meinte: „Die Steirer sind schlau und trinken ihren herrlichen Sauvignon selbst – da bleibt nicht so viel zu exportieren!“

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