Einkaufszentren-Boss:

„Sechs bis acht offene Sonntage im Jahr für jeden“

Wirtschaft
24.04.2024 16:50

Neue Initiative in der Öffnungszeiten-Debatte: Christoph Andexlinger, Chef des heimischen Einkaufszentren-Marktführers SES (zum Beispiel Europark Salzburg, Huma Eleven in Wien, Murpark Graz), macht sich für eine Öffnung der Geschäfte an mehreren Sonntagen im Jahr stark.

„Eine generelle Sonntagsöffnung brauchen wir nicht, aber ich fordere sechs bis acht offene Sonntage im Jahr – nicht nur für Einkaufszentren, sondern für alle Händler in Österreich“, sagt Christoph Andexlinger.

Der Top-Manager hat dafür auch einen Grund: „Es gibt Sonntage, an denen viel Umsatz ins umliegende Ausland abfließt. Das Geld sollten wir lieber im Land behalten.“ Als Beispiele nennt er die Zeit vor Weihnachten, vor Schulbeginn und zum Start der Frühjahrssaison und der Herbstsaison.

Am Samstag um 18 Uhr sind die Frequenzen oft sehr hoch
Zudem wünscht sich Andexlinger eine Änderung des Öffnungszeiten-Gesetzes für den Samstag, damit statt um 18 erst um 19 Uhr zugesperrt werden muss: „Am Samstag um 18 Uhr sind die Frequenzen oft sehr hoch. Schade, dass man das nicht noch länger nutzen kann.“

Christoph Andexlinger, Chef der SES Spar European Shopping Centers (Bild: Florian Stuerzenbaum)
Christoph Andexlinger, Chef der SES Spar European Shopping Centers

Dass dies zulasten der Mitarbeiter im Handel gehen würde, bestreitet Andexlinger: „Eine Stunde mehr an Samstagen ermöglicht, dass Arbeitsplätze geschaffen werden können. Es gibt viele junge Menschen, die gerne am Samstagnachmittag arbeiten wollen, weil sie da Zuschläge bezahlt bekommen.“

Für den stationären Handel sei eine Lockerung wichtig: „Was wir immer vergessen: Der Onlinehandel hat sieben Tage die Woche, 24 Stunden lang geöffnet. Der stationäre Handel hat es wirklich nicht leicht und wir wissen, wie es in Innenstädten ausschaut, wenn die Läden zusperren. Wir alle wollen lebendige Innenstädte. Der Handel beschäftigt Personal, zahlt Steuern und man muss wirklich schauen, wie man ihn entlasten kann.“

Der Europark Salzburg soll um 8500 Quadratmeter erweitert werden. (Bild: EVA TRIFFT FOTOGRAFIE)
Der Europark Salzburg soll um 8500 Quadratmeter erweitert werden.

Bei der Spar-Tochter SES, die 28 Einkaufszentren in Österreich, Slowenien, Italien, Kroatien, Ungarn und Tschechien betreibt, liefen die Geschäfte 2023 wieder gut: Die Händler und Gastronomen konnten ihre Umsätze um 5,1 Prozent auf 3,32 Milliarden Euro steigern. Insgesamt gab es 112 Millionen Besucher, um 5,2 Prozent mehr als 2022 – und ein Rekordwert. Die Flächen sind auch gut vermietet, die Leerstandsquote liegt bei unter einem Prozent.

Für Andexlinger erfreulich war auch die Entwicklung in Österreich: „Wir hatten eine Umsatzsteigerung von 4,9 Prozent, das entspricht etwas mehr als 2,2 Milliarden Euro. Damit liegen wir klar über der Marktentwicklung, denn der Handel hat die Umsätze in Österreich 2023 laut Statistik Austria nur um 3,6 Prozent erhöht.“

Der Europark Salzburg wird um 8500 Quadratmeter erweitert
Ausgebaut werden soll das größte SES-Einkaufszentrum in Österreich, der Europark Salzburg. Die Bestätigung des Landes für die Flächenwidmung sei eine reine Formsache, so Andexlinger: „Ich gehe von einem Baustart 2025 und einer Fertigstellung Ende 2026 aus.“ Die Einkaufsfläche würde sich von aktuell rund 51.000 um 8500 Quadratmeter vergrößern.

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