Sprachbarrieren?

‘Costa’-Steuermann soll Befehle nicht kapiert haben

Ausland
14.09.2012 12:06
Die italienische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Steuermann des am 13. Jänner verunglückten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" aufgenommen. Der Indonesier soll die englischen Anweisungen des Kapitäns Francesco Schettino nicht begriffen und einen gravierenden Fehler beim Manöver zur Verhinderung des Zusammenpralls mit einem Felsen vor der Insel Giglio gemacht haben. Insgesamt ist die Zahl der Beschuldigten in Verbindung mit dem Schiffsunglück damit bereits auf zehn gestiegen.

Dem Steuermann werde Beihilfe vorgeworfen. Er werde sich vor Gericht verantworten müssen, berichtete die Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Freitag.

An Bord war die offizielle Sprache der Crew Italienisch - doch Kapitän Schettino hatte sich in der Unglücksnacht angeblich auch auf Englisch an mehrere Mitarbeiter gewandt. Es bestehe der Verdacht, dass mehrere Crewmitglieder weder der italienischen noch der englischen Sprache mächtig gewesen seien, berichtete "La Stampa".

"Capitano criminale" weiter Hauptverdächtiger
Hauptverdächtiger bleibe allerdings nach wie vor der nicht nur in Italien als "Capitano criminale" verschriene Schettino, der zu nahe an die Küste der Insel herangefahren war, heißt es in einem von der Untersuchungsrichterin beauftragten Expertenbericht, der von italienischen Medien auszugsweise veröffentlicht wurde. Schettino soll bekanntlich nicht nur das Unglück durch ein riskantes Manöver verschuldet, sondern anschließend auch die Evakuierung verzögert und das Schiff verlassen haben, obwohl noch Hunderte Menschen an Bord gewesen waren.

Auch die Insel Giglio will sich dem Verfahren anschließen. Die Gemeinde wolle eine "riesige Entschädigung" fordern, heißt es. "Wir sind dabei, die Schäden für die Insel zu beziffern, die durch das 'Concordia'-Unglück entstanden sind", erklärte der Rechtsanwalt der Gemeinde, Alessandro Lecci. Für 15. Oktober ist der nächste Beweissicherungstermin in der toskanischen Stadt Grosseto angesetzt.

32 Menschen waren beim "Concordia"-Unglück gestorben. An Bord befanden sich auch 77 Österreicher. Gegen mehrere Offiziere und Vertreter der Reederei, darunter ein Oberösterreicher, wird ermittelt. Das 290-Meter-Schiff soll nach einer aufwendigen Bergeaktion bis 2013 abgeschleppt werden.

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