12.09.2012 18:49 |

Trotzt er Putin?

Medwedew kritisiert Pussy-Riot-Urteil als "zu hart"

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hat die Verurteilung der drei Frauen von der Punkband Pussy Riot zu je zwei Jahren Straflager als "zu hart" kritisiert und damit überraschend Position gegen seinen Parteifreund und Förderer Wladimir Putin bezogen. Eine Bewährungsstrafe wäre ausreichend gewesen, meinte der Premier.

Der Protest der Musikerinnen gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche habe ihn zwar "angewidert", sagte Medwedew am Mittwoch vor Parteifreunden. Allerdings wäre eine Bewährungsstrafe unter Anrechnung der seit März verbüßten Haft ausreichend gewesen, meinte der Chef der Kremlpartei Geeintes Russland. Eine weitere Haft sei "unproduktiv".

Gerade von Medwedew hätte man sich wohl eine solche Aussage am wenigsten erwartet, wurde er doch im Mai auf Vorschlag Putins zum Premier gewählt.

Auch Gorbatschow kritisiert Urteil
Auch Friedensnobelpreisträger und Ex-Sowjetpräsident Michail Gorbatschow hat sich in die Debatte eingeschaltet. Er kritisierte das Urteil am Dienstag als "ungerechtfertigt". Das Punkgebet der jungen Frauen gegen Kremlchef Putin in einer Kirche hätte mit einem "ernsthaften Gespräch" geklärt werden können, sagte der Ex-Sowjetpräsident der Schweizer Zeitung "Le Temps".

Ein Moskauer Gericht gab am Montag der Agentur Interfax zufolge bekannt, dass der Einspruch gegen das international kritisierte Urteil wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" am 1. Oktober verhandelt werde. Die Verteidigung hofft weiter auf eine Freilassung der drei Musikerinnen.

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