Bewährungshelfer sind für Menschen da, die aus der Kriminalität wieder in den Alltag zurückfinden wollen. Zuständig dafür ist der Verein Neustart. Die neue Salzburger Chefin, Simone Meidl-Düringer, möchte mehr Menschen aus allen Berufsgruppen für die ehrenamtliche Tätigkeit gewinnen.
Im Verein Neustart werden die Weichen gewechselt: Johannes Bernegger kündigt nun seinen Abschied an, nach 13 Jahren an der Spitze des Vereins, der sich um die Rückkehr von straffälligen Menschen in die Gesellschaft kümmert. Seit 1991 war Bernegger bei Neustart dabei: „Ein ganzes Berufsleben lang“, wie er am Montag bei einem Presse-Termin sagt. „Zu Beginn meiner Zeit als Bewährungshelfer standen wir ja im Verdacht, Komplizen zu sein. Und wir waren Gegner der Gerichte, weil sie ja unseren Klienten etwas Schlechtes wollten. Jetzt ist das ganz anders: Bewährungshelfern wird heutzutage viel mehr Respekt und Anerkennung entgegengebracht“, erzählt der gelernte Jurist.
„Höchststände“ verzeichnet
Seit 1957 gibt es die Möglichkeit der Bewährungshilfe. Mit der Zeit kamen weitere Maßnahmen für die Wiedereingliederung von Straftätern dazu: wie der Tatausgleich, elektronischer Hausarrest oder Sozialnetzkonferenz. Dinge, die heute kaum wegzudenken sind. „Wir haben Höchststände bei den Bewährungshilfe-Klienten und beim Tatausgleich“, weiß Bernegger.
Bewährungshilfe für 850 Personen
Deshalb brauche es auch Hilfe von den Ehrenamtlichen, das betont auch die neue Chefin des Vereins Neustart, Simone Meidl-Düringer: „Ich möchte alle Menschen aus allen Berufsgruppen dazu ermuntern, sich als ehrenamtlicher Bewährungshelfer zu engagieren“. Es sei ein ganz besonderer Beitrag für die Gesellschaft, sagt sie: „Einer unserer am längsten tätigen Bewährungshelfer ist Bankangestellter. Für ihn ist das ein Ausgleich zum Beruf.“
Neben den 35 hauptamtlichen Bewährungshelfern des Vereins gäbe es noch rund 80 Ehrenamtliche, die im Schnitt drei Klienten über mehrere Jahre betreuen: „Alle drei, vier Wochen gibt es ein Treffen mit dem Klienten“, verrät Meidl-Düringer. Das Mindestalter sei 24 Jahre. Zudem darf man nicht vorbestraft sein, heißt es im Gesetz. Früher waren es im Schnitt 600 bis 650 Klienten jährlich, heuer sind es in etwa 850, verrät Bernegger.
Saftladen als Treffpunkt
Neben der Bewährungshilfe bietet der Verein auch Schulsozialarbeit in fast allen Polytechnischen Schulen Salzburgs an und betreut sozial benachteiligte Leute im Vereinssitz, dem sogenannten „Saftladen“ in der Schallmooser Hauptstraße: Hier kommen alle Leute hin, vom Obdachlosen bis zum Pensionisten. Und hier können sie sich ohne Konsumzwang erholen, es gibt eine Kleiderkammer und eine warme Mahlzeit für wenig Geld“, erzählt Susanne Hummel-Lirsch, Leiterin des Saftladens.
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