Neuer Vorschlag

Hamas will Geiseln erst nach Feuerpause freilassen

Ausland
15.04.2024 06:47

Hamas-Terroristen sollen bei indirekten Verhandlungen einen Gegenvorschlag für einen Geiseldeal vorgelegt haben. Dieser sehe erst nach Ablauf einer 42-tägigen Feuerpause die Freilassung israelischer Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen sowie einen schrittweisen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen vor, berichtete die israelische Zeitung „Haaretz“.

Einen Kompromissvorschlag der USA, der die Freilassung von 40 Geiseln gegen 900 palästinensische Häftlinge bereits während einer sechswöchigen Waffenruhe vorsah, hatte die Terrororganisation zuvor abgelehnt.

Israels Militär solle sich an Grenze des Küstengebiets zurückziehen
Der Gegenvorschlag der Hamas sieht laut „Haaretz“ vor, dass das israelische Militär in einer ersten sechswöchigen Phase die Kämpfe einstellt und sich aus den städtischen Zentren an die Peripherie des abgeriegelten Küstengebiets zurückzieht. Zugleich würde palästinensischen Vertriebenen die Rückkehr in den nördlichen Gazastreifen ermöglicht, hieß es. Während dieser Zeit würde die Hamas nach allen Geiseln in dem umkämpften Gebiet suchen und herausfinden, in welchem Zustand sie sind. In einer zweiten Phase müsste sich die israelische Armee auf israelisches Gebiet zurückziehen. Erst dann würde der Austausch von israelischen Geiseln gegen palästinensische Häftlinge beginnen, hieß es.

Die israelische Bevölkerung fordert ihre Regierung dazu aur, ihre Bemühungen um die Freilassung der Geiseln zu verstärken. (Bild: AFP)
Die israelische Bevölkerung fordert ihre Regierung dazu aur, ihre Bemühungen um die Freilassung der Geiseln zu verstärken.
Bei Protesten gingen zuletzt zehntausende Menschen auf die Straße – viele denken, es werde nicht genug getan, um die am 7. Oktober 2023 in den Gazastreifen verschleppten Landsleute zu befreien. (Bild: AFP)
Bei Protesten gingen zuletzt zehntausende Menschen auf die Straße – viele denken, es werde nicht genug getan, um die am 7. Oktober 2023 in den Gazastreifen verschleppten Landsleute zu befreien.

30 Häftlinge für einen israelischen Zivilisten gefordert
Für jeden israelischen Zivilisten müsste Israel im Gegenzug 30 palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen freigelassen, hieß es. Für jede israelische Soldatin oder jeden Soldaten müssten 50 Palästinenser aus israelischen Gefängnissen freikommen, darunter 30, die lebenslange Haftstrafen verbüßen. Die israelischen Soldaten sowie tote Geiseln würden in einer dritten und letzten Phase übergeben, wenn die Belagerung des Gazastreifens durch die israelische Armee beendet sei und der Wiederaufbau des Gebiets beginne.

Zahl der noch lebenden Geiseln unklar
Israel war bisher davon ausgegangen, dass noch knapp 100 der rund 130 im Gazastreifen verbliebenen Geiseln am Leben sind. Nun wird aber befürchtet, dass deutlich mehr tot sein könnten. Israel will sich die Möglichkeit offenhalten, die Kämpfe in Gaza nach einer Feuerpause fortzusetzen.

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