20.08.2012 15:39 |

Polizisten gebissen?

Ex-Schach-Champ Kasparow drohen bis zu 5 Jahre Haft

Dem russischen Ex-Schachweltmeister und Kreml-Kritiker Garri Kasparow drohen bis zu fünf Jahre Lagerhaft, weil er bei einer Demonstration am Samstag in Moskau einen Polizisten gebissen haben soll. Kasparow wurde am Montag von der Polizei vernommen, nachdem er wegen seiner Teilnahme an der Kundgebung für die Punkband Pussy Riot vorübergehend festgenommen worden war.

Laut der Nachrichtenagentur Interfax habe Kasparow über den angeblichen Vorfall gesagt: "Ich möchte diesen Polizisten sehen. Zu sagen, ich hätte jemanden gebissen, das ist Wahnsinn!" In einer Erklärung auf seiner Website verwies Kasparow zudem auf zahlreiche im Internet veröffentlichte Videos. Dort sei zu sehen, dass ihn die Polizei festnahm, während er mit Journalisten sprach. Danach sei er in der Untersuchungshaft geschlagen worden. Der 49-Jährige kündigte eine Klage wegen illegaler Festnahme und Machtmissbrauchs durch die Polizei an.

Offizier will Beweise für Attacke haben
Russischen Medienberichten zufolge wird Kasparow vorgeworfen, einem Polizisten ins Ohr oder in die Hand gebissen zu haben. Ein führendes Mitglied der Organisation Offiziere Russlands hat nach Angaben von Interfax erklärt, Beweise dafür haben. Demnach sagte Anton Tzewtkow, er könne Augenzeugen des Vorfalls benennen und sei außerdem dazu bereit, vor Gericht auszusagen. Ein tätlicher Angriff auf einen Polizisten wird in Russland mit bis zu fünf Jahren Lagerhaft geahndet.

Kritiker ortet "korruptes Umfeld" Putins
Nach seinem Verhör in einem Moskauer Polizeikommissariat erklärte Kasparow am Montag, dass ihm die Exekutive zugesagt hätte, ein ihr von ihm überreichtes Video an den örtlichen Untersuchungsausschuss weiterzuleiten. Dieser müsse dann entscheiden, ob Ermittlungen gegen ihn aufgenommen würden. Im Zusammenhang mit der Causa forderte der prominente Regierungskritiker Alexej Nawalny im Magazin "Der Spiegel" internationale Sanktionen "gegen das korrupte Umfeld" von Präsident Wladimir Putin. Dieser könne einfach nicht über Wahlen bekämpft werden, weil er diese kontrolliere, meinte Nawalny.

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