Wertvoller Kompost

Nützliche Mitbewohner: Da ist der Wurm drin

Kärnten
29.02.2024 10:36

Das stinkt doch und ist eklig - wer in seinem Garten kompostiert, hat immer wieder mit diesen Vorurteilen zu kämpfen. Richtig angelegt, gibt es aber keine Geruchsentwicklung. Mit der Hilfe von Würmern funktioniert es sogar im Haus oder der Wohnung.

Das Verwenden von Kompost im Garten ist nicht neu, doch kommen immer mehr Hobbygärtnerinnen und Gärtner auf diese Methode zurück, anstatt ihre Pflanzen mit Kunstdünger zu versorgen. Bei der Kompostierung wird aus organischem Abfall wertvolle Erde, die den Pflanzen exakt die Nährstoffe gibt, die sie brauchen. Den schlechten Ruf hat der Kompost zu Unrecht und mit den richtigen Handgriffen wird selbst er zum wertvollen Helfer im Garten. „Ein Komposthaufen wird korrekt in Schichten angelegt, in dem sich Kohlenstoff und Stickstoff abwechseln“, erklärt Naturwissenschaftler Dr. Mario Molina-Kescher. So wechseln sich im Garten Schichten mit Rasenschnitt mit „trockenen“ Schichten aus Laub, Stroh oder Sägespänen ab.

Stinkende Komposthaufen
Der Standort des Komposters spielt ebenfalls eine wichtige Rolle - oft werden die Kästen in eine oft nicht genutzte Ecke des Garten verbannt. Zum ersten wirken die Komposter oft nicht gerade sehr hübsch und es herrscht die Angst vor Gestank. „Die Zersetzung der organischen Bestandteile geht ohne Geruch von Statten. Höchstens ein leicht säuerlicher Geruch ist spürbar. Kommt es zu Fäulnisgeruch, so gehen nicht gewünschte Prozesse von statten“, so Molina-Kescher. Zumeist werde zu viel Grün-Anteil durch Rasenschnitt oder Grün-Abfälle eingebracht. Molina-Kescher: „Tritt unangenehmer Geruch auf, so lässt man den Kompost am Besten in Ruhe oder gibt höchstens eine Schicht trockener Masse hinzu.“ 
Bitte nicht
Keinesfalls in den Kompost dürfen gekochte Lebensmittel, Brot, Fleisch, Wurst- oder Käseprodukte. Denn das kann dazu führen, dass Mäuse und andere Tiere angelockt werden.

Zumeist wird der neue Kompost angelegt, wenn der „alte“ in Beeten und Trögen ausgebracht wurde. Denn schon während der Zersetzung der organischen Bestandteile, kann ein Komposter aus Holz oder Kunststoff genutzt werden. Molina-Kescher hat seinen Kompost zum Beispiel bei einem Apfelbaum stehen: „Der Baum sorgt für den notwendigen Schatten im Sommer. Dafür gehen wertvolle Nährstoffe aus dem Kompost direkt in die Erde, wo sie den Apfelbaum düngen.“ Ein weiterer Vorteil des Kompost: Wer organische Abfälle verwertet, der schützt das Klima, denn dabei wird Kohlendioxid gebunden.

Würmer als Mitbewohner

Der große Nachteil eines Komposthaufens oder einer Kompostmiete: Es wird teils sehr viel organisches Material benötigt. In den vergangenen Jahren gibt daher es einen Trend, der sogar Einzug in die eigenen vier Wände gefunden hat: Sogenannte Wurmkisten oder Wurmkomposter. Dabei werden biologische Küchenabfälle in den Behältern an Würmer verfüttert. „Die Wurmkompostierung geht viel schneller von statten, als jene im Garten“, so Molina-Kescher, der regelmäßig Kurse zur Wurmkompostierung und dem Bau von eigenen Kompostern gibt. Und hier gilt ebenfalls: nicht nur Kartoffelschäler, Apfelreste oder Salat verfüttern. Regelmäßig sollte auch Zeitungspapier oder Sägemehl zugegeben werden. Molina-Kescher: „Das Verhältnis beträgt zwei Drittel zu einem Drittel. Je mehr die Würmer zu fressen bekommen, desto schneller vermehren sie sich.“ 

Das darf in den Wurmkompost

  • Obst- und Gemüsereste 
  • Obstschalen
  • Teesäckchen
  • Pflanzenreste
  • Kaffeesatz
  • Eierschalen
  • Zeitungspapier
  • Laub

Neben dem wertvollem Wurmkompost entsteht außerdem der sogenannte „Wurm-Tee“. Diese Flüssigkeit sammelt sich am Boden des Wurmkomposters und enthält zahlreiche wertvolle Nährstoffe. Molina-Kescher: „Es befinden sich darin Mikroorganismen, die den Boden verbessern. Der Wurm-Tee kann im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt und gegossen werden. Der Wurmkompost wird im gleichen Verhältnis mit Erde gemischt.“ 

Grüne-Gemeinschaft
Die „Kärntner“-Krone berichtet im Rahmen der Serie „Es grünt so grün“ wieder zu allen Garten-Themen und sammelt bei Experten Tipps. In der Facebook-Gruppe „Es grünt so grün“ herrscht ein reger Austausch. Vor allem Fotos aus den eigenen Gärten und der Natur werden mit den Mitgliedern getauscht.

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