Die Nachfrage steigt - auch in Tirol. Überall sprießen die Automatenshops wie die Schwammerl aus dem Boden. Die Preise sind zwar oft höher, aber die Kunden schätzen das 24h-Service. Könnten diese eine Konkurrenz für Geschäfte werden oder bringen sie der Wirtschaft auch Vorteile? Die „Krone“ hat nachgefragt.
Am häufigsten trifft man in Tirol auf Snack-, Getränke- und Kaugummiautomaten. Immer beliebter werden auch die Grabkerzen aus der Maschine am Friedhof. Und in ländlichen Regionen sind die beliebten Selbstbedienungsläden von Bauernhöfen oder Landwirten nicht wegzudenken.
Immer mehr Automatenanbieter in Tirol
Seit der Pandemie ist der Hype um die Automatengeschäfte gestiegen. Es handle sich aber nicht um ein plötzlich auftretendes Phänomen, erklärt Stefan Mair, der Obmann des Gremiums für Lebensmittelhandel: „Auffallend ist aber die Anzahl von Automatenanbietern in Tirol, die in den vergangenen drei Jahren stark gestiegen ist. Jetzt ist es auch möglich, diese Maschinen zu leasen oder zu mieten.“
Die Automaten sind im Grunde nichts Böses, wenn man sie legal und seriös betreibt.
Stefan Mair, Obmann des Gremiums für Lebensmittelhandel
Über die Vor- und Nachteile der Automaten
„Die Automaten sind im Grunde nichts Böses, wenn man sie legal und seriös betreibt“, betont der Gremialobmann. Unter seriös verstehe man das Einhalten gesetzlicher Rahmenbedingungen – wie den Jugendschutz bei alkoholischen Getränken und Tabak sowie die korrekte Aufbewahrung und Kühlung der Speisen laut dem Lebensmittelgesetz.
Eine Konkurrenz für laufende Geschäfte oder Gastrobetriebe wird das Automatengeschäft wahrscheinlich auch in Zukunft nicht werden. Denn es gibt einen entscheidenden Nachteil: „Die persönliche Bedienung fällt weg. Diese wissen aber sehr viele Menschen zu schätzen“, so Mair. Die Automaten seien aber eine tolle Ergänzung zum Angebot in den Geschäften und bringen auch Vorteile mit sich. Denn sie sind einerseits diebstahlsicher und andererseits wird durch eine konstante Kühlung eine gute Qualität sowie Haltbarkeit sichergestellt.
Vermeintliche Grauzone existiert nicht in Tirol
Immer wieder kommt das Gerücht auf, dass ein 24h-Service rechtswidrig sei. Auch Automaten müssten sich an die gewerblichen Öffnungszeiten halten. Auf Nachfrage bei der WKO, Sparte Handel, konnte diese Information aber korrigiert werden. Die Warenabgabe aus Automaten sei beim Öffnungszeitengesetz ausgenommen.
Wichtig sei dabei zwischen Automaten und Selbstbedienungsladen zu differenzieren. „Der Verkauf von Lebensmitteln in einem Selbstbedienungsladen ohne Personal mit Selbstbedienungskasse ist aus Sicht des Landes Tirol nicht als Automat zu werten und unterliegt deshalb den Öffnungszeiten-Regelungen“, erklärt Stefan Mair. Das Gesetz gibt österreichweit für Geschäfte von Montag bis Freitag einen Rahmen von 6 bis 21 Uhr und an Samstagen von 6 bis 18 Uhr vor, sowie eine Gesamtoffenhaltedauer von 72 Stunden pro Woche.
Ana Rodrigues, Kronen Zeitung
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