Mi, 18. Juli 2018

Nach knapp 3 Wochen

09.05.2012 14:46

Julia Timoschenko hat Hungerstreik beendet

Die erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat ihren Hungerstreik beendet, wie der deutsche Arzt Lutz Harms am Mittwoch in Charkow mitteilte. Die Oppositionspolitikerin hat nach eigenen Angaben seit dem 20. April aus Protest gegen ihre Behandlung durch die Führung der Ex-Sowjetrepublik keine Nahrung zu sich genommen. Sie war in der Früh unter der Aufsicht von Harms aus ihrer Gefängniszelle in Charkow in ein Krankenhaus verlegt worden (siehe auch Video).

"Wir werden beginnen, sie aus dem Hungerstreik herauszuführen", sagte der Neurologe der Berliner Klinik Charité in Charkow rund 450 Kilometer östlich der Hauptstadt Kiew. Dies geschehe erst mit Wasser und Säften, dann mit fester Nahrung.

Von Polizei in Klinik eskortiert
Der Transport ins Krankenhaus fand kurz nach 8 Uhr statt. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, eskortierte die ukrainische Polizei einen Konvoi aus vier Fahrzeugen in das Krankenhaus der ostukrainischen Stadt. Unterstützer Timoschenkos, die sich vor dem Krankenhaus befanden, skandierten "Julia - Freiheit".

"Julia Timoschenko wurde von der Strafkolonie Katschaniwska in das Krankenhaus verlegt", bestätigten auch die ukrainischen Gefängnisbehörden. Die Ex-Regierungschefin habe während des Transports "keinerlei Beschwerde" vorgebracht und auch keine Erklärung abgegeben. "Ihr Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen Tagen nicht verschlechtert", hieß es in der Mitteilung.

Die 51-Jährige, die derzeit eine siebenjährige Haftstrafe wegen Machtmissbrauchs während ihrer Amtszeit als Regierungschefin verbüßt, leidet an starken Rückenschmerzen und kann sich kaum noch bewegen.

Internationale Kritik
Wegen des Falles ist das Co-Gastgeberland der Fußball-EM scharfer internationaler Kritik und Boykottdrohungen ausgesetzt (siehe Infobox). Beobachter werfen Staatspräsident Viktor Janukowitsch vor, seine politische Rivalin "kaltstellen" zu wollen.

Spezialisten der Berliner Charité hatten sich vergangene Woche mit Timoschenko auf eine Behandlung in der Klinik von Charkow verständigt. Das Angebot der deutschen Regierung, die Anführerin der prowestlichen "Orangen Revolution" von 2004 in Deutschland zu pflegen, lehnt Kiew ab.

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