Insolvenzwelle rollt

Imperium zerbröselt: Nächste Signa-Tochter pleite

Wirtschaft
30.11.2023 14:11

Die Pleitewelle bei René Benkos Signa rollt weiter. Wie am Donnerstag bekannt wurde, muss auch die deutsche Firmentochter SportScheck Insolvenz anmelden. Es handelt sich dabei mittlerweile um die dritte Signa-Insolvenz innerhalb einer Woche.

Das Unternehmen wird am Donnerstag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München stellen, bestätigte das Unternehmen entsprechende Informationen des „Handelsblatts“ und der „Immobilienzeitung“.

Der Schritt sei erforderlich, da die Signa Holding ihrer „vertraglichen Zahlungszusage“ wegen des am Mittwoch eingereichten Insolvenzantrags nicht mehr nachkommen könne, begründete SportScheck den Schritt. Dadurch ist der Sporthändler zahlungsunfähig. 

Britische Übernahme vom Tisch
Eigentlich wäre geplant gewesen, die Firma an den britischen Sport- und Modehändler Frasers zu verkaufen, dieser Plan ist damit aber wieder vom Tisch. SportScheck bestätigte, dass der Übernahmeprozess wieder offen sei. Es hätten jetzt weitere potenzielle Investoren Interesse an der Übernahme von SportScheck bekundet.

Filialen arbeiten normal weiter
Der Betrieb des Unternehmens mit deutschlandweit 34 Filialen und rund 350 Millionen Euro Jahresumsatz soll zumindest vorübergehend weitergehen: Alle Filialen, der Kundenservice und der Online-Shop arbeiteten ganz normal weiter. Geschäftsführer Matthias Rucker sagte, die Insolvenz sei bitter, aber auch eine Chance, das Unternehmen mit seinen Vertragspartnern und Gläubigern nachhaltig zu stärken. Der Sanierungs- und Investorenprozess solle spätestens im März abgeschlossen werden.

Bereits dritte Insolvenz
Vergangenen Freitag kam der erste Dominostein um die finanzmarode Signa-Gruppe des Immobilienjongleurs zu Fall, als die Signa Real Estate Germany in Deutschland Insolvenz anmelden musste. Am Mittwoch folgte dann die Signa Holding GmbH in Österreich.

Wie der Gläubigerschutzverband KSV1870 daraufhin bestätigte, will der Immobilien- und Kaufhaus-Spekulant ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung erreichen, um eine „geordnete Fortführung des operativen Geschäftsbetriebs“ zu erwirken.

Zukunft Tausender Mitarbeiter fraglich
Unterdessen stellt sich auch die Frage, wie es mit den tausenden Mitarbeitern weitergehen soll. Erst wenige Tage vor Weihnachten dürfte sich bei den Rettungsplänen wirklich Klarheit abzeichnen, wie realistisch der vorgelegte Finanzplan ist, drückt Insolvenzverwalter Christof Stapf die Erwartungen.

Erst bei der Berichtstagsatzung am 19. Dezember „wird sich eine Einschätzung treffen lassen, wie realistisch der vorgelegte Finanzplan ist und ob ein Sanierungsplan erfüllt werden kann“, erklärte er am Donnerstag in einer Stellungnahme.

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