Mo, 23. Juli 2018

Traumfinale

07.06.2005 13:26

Spurs gegen Pistons um NBA-Titel

Das Traumfinale in der Basketball- Profiliga NBA ist perfekt: Im entscheidenden 7. Spiel der Eastern Conference setzte sich Titelverteidiger Detroit Pistons in der Nacht zum Dienstag gegen Miami Heat mit 88:82 durch und trifft nun auf die San Antonio Spurs, den Meister von 1999 und 2003. Die Texaner, die sich in der Western Conference gegen die Phoenix Suns mit 4:1 Siegen schon vorzeitig für das Finale in der Serie "best of seven" qualifiziert hatten, genießen in der Nacht zum Freitag und am Sonntag zunächst Heimrecht.

Der 64-jährige Pistons-Coach Larry Brown rannte nach dem dramatischen Match, das die Gäste nach einem 78:79-Rückstand in den letzten 90 Sekunden noch aus dem Feuer rissen, wie ein Derwisch in die Kabine, umarmte jeden und seufzte voller Glück: "Das übertrifft meine kühnsten Träume." Er schüttelte jedem die Hand und bedankte sich vor allem bei seinem besten Werfer Richard Hamilton.

"Yeah. So machen wir das", brüllte Hamilton. "Ich bin überwältigt. Es ist, als ob ein Traum wahr wird." Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres hatte der 27-Jährige aus Pennsylvania das Ziel erreicht, von dem ein Profi in der stärksten Liga der Welt träumt. 22 Punkte und 7 Assists hatte er wie aus der Hand gezaubert und war gemeinsam mit Rasheed Wallace (20) und Chauncey Billups (18) bester Schütze.

Nach der (letzten) 79:78-Führung durch Miamis Superstar Shaquille O'Neal war es Wallace, der erst zwei Freiwürfe verwandelte und dann auch noch einen Fehlwurf eines Teamkollegen im Nachgreifen erwischte und mit dem Korb-Punkt die Weichen auf Sieg stellte.

Wade tragischer Held
Zum tragischen Helden der Partie avancierte Dwyane Wade. Der 23- jährige Point-Guard, der sich im fünften Match gegen Detroit an der Rippenmuskulatur verletzt hatte, spielte zwar 43 Minuten und erzielte 20 Punkte. Doch in den entscheidenden letzten 15 Minuten produzierte er nur noch Fehlwürfe. Erst verfehlte er aus sechs Metern den Korb, als noch 1:13 Minuten zu spielen waren. Dann schnappte ihm Hamilton auch noch einen Ball weg - begleitet von der Häme des Publikums. Dabei hatte er zuvor pro Spiel im Schnitt 30 Punkte erreicht.

Fassungslos über so viel Pech und Unvermögen meinte der mit einer Schmerz stillenden Spritze ins Match gegangene Wade nur: "Ich war nicht so athletisch wie sonst, aber ich habe mein Bestes gegeben." Auch O'Neal hatte mit 27 Punkten nicht seinen besten Tag erwischt und zählte zu den großen Verlierern in der Halle. Fünf Mal hatte der 130 Kilogramm schwere Athlet in einem NBA-Finale gestanden - zuletzt 2004 mit Detroit. "Wenn Du nicht Meister wirst, interessiert sich später keiner mehr, wie gut man vorher gespielt hat", sagte O'Neal.

Detroits Point-Guard Billups schwant schon vor dem ersten Match gegen die Spurs Schlimmes: "Es war wirklich eine verrückte Saison. Dieses Mal sind wir die Gejagten." Dabei dachte er auch an das wohl folgenschwerste Match in der Geschichte der NBA, als am 19. November 2004 nach einer wilden Prügelei in New York die Partie zwischen den Indiana Pacers und Detroit in der letzten Minute abgebrochen werden musste. Allein drei Detroiter Spieler waren damals mit insgesamt 61 Spielen Sperre belegt worden.

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