So, 19. August 2018

Erste Jahresbilanz

17.03.2012 10:58

228 Väter im öffentlichen Dienst nutzten Papamonat

Die Einführung eines Papamonats ist erst kürzlich rund um den Frauentag in Diskussion gestanden - im öffentlichen Dienst gibt es ihn bereits seit genau einem Jahr. Seither nutzten 228 Väter die Möglichkeit, nach der Geburt bei ihren Kindern zu Hause zu bleiben. Frauen- und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek verspürt durch diese Zahlen jedenfalls "starken Rückenwind" für ihre Forderung nach einem Papamonat auch in der Privatwirtschaft.

"In vielen Gesprächen mit den Jungvätern habe ich erfahren: Der Papamonat ist eine Bereicherung und macht Lust auf mehr. Und auch diese Tendenz bestätigt sich im öffentlichen Dienst", verweist Heinisch-Hosek auf die 228 Väter.

Die meisten von ihnen kommen übrigens aus dem Ressort Inneres (77), gefolgt vom Verteidigungsressort (40), dem Justizressort (29) sowie Unterricht und Kultur (28). In der Finanzverwaltung waren es 23. Weit weniger Männer entschieden sich für den Papamonat im Außenministerium (acht), im Wirtschaftsministerium (sieben), im Sozialministerium (sechs) und im Infrastrukturministerium (vier). Im Rechnungshof nahmen zwei Papas das Angebot in Anspruch, im Verwaltungsgerichtshof, im Bundeskanzleramt, Gesundheitsministerium und im Wissenschaftsressort war es je ein Mann.

Heinisch-Hosek fordert Rechtsanspruch für Väter
Für die Frauenministerin und SPÖ-Frauenvorsitzende steht fest: "Das ist ein starker Rückenwind für den Papamonat auch in der Privatwirtschaft." Nach der Verwirrung um ihre Aussagen zu einer Verpflichtung (siehe Infobox) stellt sie klar, dass sie einen Rechtsanspruch für Väter fordert: "Die Verpflichtung richtet sich daher an die Unternehmen: Sie müssen Vätern, die das wollen, den Papamonat zugestehen."

Ihr Modell sieht vor, dass dieser eine Monat Kindergeldbezug, der aus der Karenz in den Papamonat vorgezogen wird, verfällt, wenn es ein Vater nicht in Anspruch nimmt. "Auch mir liegt es fern, Männer in Handschellen zur Väterkarenz zu zwingen, wenn sie das nicht wollen. Es geht um die Bestärkung ihrer Rechte und um Bewegung bei den Unternehmen, denn da braucht es noch ein Umdenken", erklärte Heinisch-Hosek.

Derzeit Gespräche mit Sozialpartnern
Mit Familienminister Reinhold Mitterlehner versuche man deshalb so rasch als möglich über den Papamonat zu sprechen. Mitterlehner steht einem Papamonat grundsätzlich offen gegenüber, er plädiert jedoch für Wahlfreiheit, hieß es aus seinem Büro. Derzeit befinde man sich im Gespräch mit den Sozialpartnern.

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