Sa, 18. August 2018

Von FPÖ organisiert

09.03.2012 19:57

Nachfolger des WKR-Balls 2013 wieder in Hofburg

Den umstrittenen WKR-Ball in der Hofburg wird es 2013 zwar nicht mehr geben, aber Burschenschafter und rechte Politiker werden nächstes Jahr trotzdem tanzen können: am "Wiener Akademikerball" - und das erneut in der Hofburg. Deren Betreibergesellschaft hatte beschlossen, das Haus nicht mehr für den Ball des Korporationsringes zur Verfügung zu stellen. Doch die Veranstalter und die FPÖ bemühten sich um eine Fortführung - und waren erfolgreich.

Das Tanzfest findet nun also wieder am gewohnten Platz statt, lediglich unter anderem Namen und mit einem anderen offiziellen Veranstalter. Der "Wiener Akademikerball" wird von der Wiener FPÖ - und nicht mehr wie der WKR-Ball vom Wiener Korporationsring - organisiert. Dies bestätigte am Freitagabend ein FPÖ-Mandatar gegenüber der "Krone".

Anfang Dezember 2011 hatte es seitens der Hofburg-Betreibergesellschaft geheißen, dass man nach der Ballsaison 2012 nicht mehr als Veranstaltungsstätte für den WKR-Ball zur Verfügung stehen werde. Die Absage war damals mit der "aktuellen politischen und medialen Dimension, welche die Abhaltung des Balls in den letzten Jahren angenommen hat" begründet worden. Zudem war der diesbezügliche Beschluss in der Generalversammlung der Betreibergesellschaft einstimmig gefallen, wie die Geschäftsführerin der Hofburg-Betreibergesellschaft, Renate Danler, damals mitteilte (siehe Infobox).

SOS Mitmensch ortet "Täuschungsversuch"
SOS Mitmensch beurteilte die Tatsache, dass anstelle des WKR-Balls nun der von der FPÖ organisierte "Wiener Akademikerball" stattfindet, als "Täuschungsversuch". In einer Aussendung am Freitag kritisierte die Organsiation den "Umfaller" der Hofburg-Betriebsgesellschaft - und forderte sie auf, die Genehmigung "umgehend rückgängig" zu machen.

Die Betreiber der Hofburg stünden "dem demokratischen Österreich im Wort". Ein Bruch des Versprechens, die Pforten der Hofburg nicht mehr für "rechtsextrem durchsetzte Vereinigungen" zu öffnen, käme einer "Riesenblamage für die privaten Betreibergesellschaften und für die Republik gleich", teilte SOS Mitmensch mit.

Deutschnationales bis rechtsextremes Milieu
Der WKR-Ball fand seit 44 Jahren immer am letzten Freitag im Jänner in der Wiener Hofburg statt, diesmal soll der "Wiener Akademikerball" am Freitag, dem 1. Februar 2013, über die Bühne gehen. Der Wiener Korporationsring ist ein Zusammenschluss von Studentenverbindungen, die laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands dem deutschnationalen bis rechtsextremen Milieu entstammen. Immer wieder wurde kritisiert, dass dabei neben FPÖ-Repräsentanten auch Mitglieder rechtsextremer Burschenschaften teilnehmen. Alljährlich gibt es deshalb Gegendemos und Ausschreitungen.

Auch heuer hat der Ball wieder für gehörigen Wirbel gesorgt: Bei der Gegendemonstration kam es zu mehreren Festnahmen, kurz darauf wurde ein Ex-SPÖ-Bundesrat von einem Unbekannten attackiert und niedergeschlagen, Heinz-Christian Strache gab am Ball einen "Juden-Sager" von sich, was wiederum Bundespräsident Heinz Fischer dazu bewog, dem FPÖ-Chef einen Orden zu verweigern (siehe dazu Storys in der Infobox).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.